Pferde-Wurst bei Germania Schnelsen
Donnerstag, 13. Oktober 2011 19:28
Es ist schon wieder kalt geworden in Hamburg: Zum Hamburger Oberligaspiel zwischen Germania Schnelsen und Altona 93 konnte man getrost die Winterjacke aus dem Schrank holen. Eine Woche vorher stand man noch mit T-Shirt und sogar in kurzer Hose auf der Adolf-Jäger-Kampfbahn. In Schnelsen gab es noch nie einen Wursttest; dieser weiße Fleck auf der fussballwurst-Landkarte soll hiermit ausgefüllt werden. Zumal es sich mit dem TuS Germania Schnelsen nach zehn Spielen mit 20 Punkten um den Tabellenführer handelt. Altona 93 folgt mit einem Punkt weniger auf Platz drei. Ein echtes Spitzenspiel also.
Thema: Hamburg, TuS Germ. Schnelsen | Kommentare (3) | Autor: M.Turski
Samstagnachmittag vor zwei Wochen, während ein Teil der Fußballfans gen Osten nach Berlin fuhr (die beiden anderen Gruppen verschlug es in den Westen zum Volkspark gegen Mainz oder ans Millerntor zum kleinen Stadtderby) ging’s für mich in den Nord-Osten zum Spitzenspiel der Landesliga Hansa zum Bramfelder SV gegen VW Billstedt unter erschwerten Bedingungen. Das HVV-Bermuda-Dreieck zwischen Kellinghusenstraße, Holstenstraße und Hauptbahnhof hatte wieder einmal Gleise verschluckt, was den HVV zwang, Schienenarbeiten durchzuführen. So ging’s von Altona über den Hauptbahnhof nach Farmsen und dann mit dem Bus 26 bis zur Ellerreihe.
Ein Dienstagabend Mitte April. Viertelfinale im Hamburg-Pokal. Altona 93 muss beim Bezirksligisten Camlica Genclik antreten. Allein die Höhe des Sieges scheint heute offen zu sein, schließlich trennen die Teams zwei Spielklassen. Austragungsort ist die Wolfgang-Mayer-Sportanlage in Stellingen. Eine Handvoll fussballwurst.de-Experten ist bereits anwesend, als ich pünktlich zum Anpfiff am Grandplatz ankomme. Etwa 100 Altonaer unterstützen ihre Mannschaft – der Gastgeber bringt sicher noch einmal soviele Zuschauer mit. Und so wird zweisprachig angefeuert. “Camlica” ist ein Ostistanbuler Stadtteil und Genclik bedeutet “Jugend”. 2001 wurde der türkische Migrantensportverein unter dem Namen “Club-Camlica Jugendtreff” gegründet. Die Mannschaft belegt den vierten Platz in der Bezirksliga und kämpft heute von Anfang um die Sensation.
Sonntagfrüh vor einer Woche ging es in die Schanze, wo in der Bezirkliga Nord das Spiel gegen den SC Poppenbüttel angesetzt war. Gespielt wurde nicht auf dem eigentlichen Vereinsgelände, was in der Nähe des SV Polizei, vorbei an den Gleisen hinter dem Wasserturm, gelegen ist, sondern im Käfig vor dem Schanzenpark. Dieser wurde mit finanzieller Unterstützung des im Wasserturm eingezogenen Hotels von einem Grandplatz in einen Kunstrasen umgewandelt. Der Rasen war wegen des langen Winters noch nicht bespielbar. Genutzt wird die Anlage von zwei Vereinen: Dem schon erwähnten VfL Hammonia und dem SC Sternschanze. Es befinden sich auch zwei Vereinsheime auf dem Gelände. Spielfein machen sich die Sportskameraden jedoch exklusiv im Heim des SC Sternschanze.
Da wacht man am Sonntagvormittag auf, mag sich nicht mehr recht umdrehen und ärgert sich, dass ob der üblen Wetterverhältnisse immer noch keine Spiele im Hamburger Amateurbereich ausgetragen werden. Auch das Regionalligagrün muss sich noch durchs Eis kämpfen und der Hamburger SV reist heute ins Rheinland, man selbst jedoch nicht mit. Aber Moment! Es gibt ja noch den wackeren Lokalrivalen, der – Gott segne die DFL – bereits um 13:30 spielt. Das bedeutet, ein Besuch nähme nicht den kompletten Sonntag in Beschlag. Ein Segen für den fussballaffinen Nerd, ein Ärgernis freilich für jeden normalen Fan. 




