Die Baumarktwurst beim SC Paderborn

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Der 10. Spieltag in der Saison 2012/13 sollte den FC St. Pauli nach Ostwestfalen, genauer nach Paderborn, führen. Für mich sollte es die erste Reise dorthin werden und so war ich gespannt auf einen bis vor wenigen Jahren noch weitestgehend unbekannten Fusionsverein sowie dessen im Jahre 2008 eröffnetes Stadion. Zudem kündigte der Wetterbericht unglaubliche 25 Grad an und so fanden wir uns am Sonntagmorgen in einem der Fanladenbusse gen Paderborn wieder.

IMG_5008Das neue Stadion befindet sich direkt an einer Autobahnausfahrt weit außerhalb der Innenstadt. Einige Kühe neben der Straße, ein großer Parkplatz und siehe da, etwas, was man eher als Baumarkthalle im Gewerbegebiet vermutet, ist tatsächlich die Spielstätte des 1985 enstandenen Fussballvereins. Keine Flutlichtmasten, keine markanten Tribünenkonstruktionen, keinerlei ansprechende Fassadengestaltung… an Unemotionalität ist dieser Neubau mit Sicherheit nicht zu überbieten. Zudem besaß dieses Stadion noch nie einen Namen, da es schon direkt nach seiner Erbauung in wechselnder Reihenfolge dem einen oder anderen Unternehmen als Werbeplattform diente. Auch im Innenraum merkt man, dass hier wohl, mehr als bei anderen vergleichbaren Bauvorhaben,  jeder Cent einzeln umgedreht werden musste. Andere merkwürdige Details wie das extrem weit hochliegende Dach sind aber wohl eher dem Schallschutz der Anwohner geschuldet.

IMG_5009Bevor das Spiel starten sollte, wurden wie gewohnt zunächst die Versorgungsstände inspiziert. Diese sind im Gästebereich in ausreichender Menge vorhanden und so finden sich separate Stände für Getränke und feste Nahrung. Dass es alkoholhaltiges Bier heute nicht geben sollte, brauche ich sicher nicht extra zu erwähnen. Ansonsten offeriert der Cateringbereich von der klassischen Rostbratwurst über Currywurst, Pommes und Brezel auch diverse Sorten von Pizzastückchen. Das ist zwar kein überragendes Angebot, aber verglichen mit einem Amateurplatz in Hamburg immer noch ganz gut. Als Testobjekt wurde die Bratwurst für erschwingliche 2,50 € und zum Nachspülen ein halber Liter Cola für 3,00 €  im umweltfreundlichen Pfandbecher gewählt. Durchaus positiv anzumerken ist zunächst, dass die Wurst aus einem kleinen mittelständischen Fleischbetrieb in Verl kommt. Die Zubereitung findet dafür wie gewohnt auf einem Gasgrill statt. Äußerst erfreut war ich über das Vorhandensein eines Brötchens, in welches die Fleischpeitsche drapiert wurde. Senf und Ketchup kann selbst auf das erstandene Grillgut nach eigenem Belieben kredenzt werden. Der Prengel selber war gut gebräunt, lag aber wohl schon eine Weile herum, da er nicht wirklich heiß war. Über den Geschmack lässt sich leider weder in positiver noch negativer Sicht allzu viel berichten, da unter dem Strich einfach die Würze fehlt, um sie von einer Durchschnittswurst zu unterscheiden. Das Brötchen kann allenfalls leichte Pluspunkte bewirken, da es leider nicht allzu frisch wirkte. Alles in allem vergebe ich somit gerade noch 3 Wurststerne.

(3/5)

Die Wurst war noch gar nicht richtig verdaut, da gab es ein wenig Stress im Umgang hinter der Tribüne. Ein paar Fans rannten an uns vorbei, dahinter folgten einige Ordnungshüter und plötzlich hatten umstehende Personen inklusive mir ziemliche Probleme mit der Atmung. Dass Tränengas kein Spaß ist, weiß wohl mittlerweile jeder und so begaben wir uns schnurstracks in den Block, um den Lungen ein wenig Frischluft zu verschaffen. Da der Gästeblock keinerlei Schatten bot und aufgrund der Bauweise des Stadions auch kein Windhauch ging, sollte es ein im wortwörtlichen Sinne hitziges Spiel werden.

IMG_5013Die Mannschaft vom neuen Trainer Michael Frontzeck legte los wie die Feuerwehr und konnte sich einige Chancen erarbeiten. Von Verunsicherung der Kiezkicker aufgrund der bisher mageren Saison war nichts zu spüren. Kurz nach der Pause dann der große Jubel unter den mitgereisten 3-4.000 St. Pauli-Fans im mit 15.000 Zuschauern ausverkauften Stadion über das 0:1. Alles sprach jetzt für einen Auswärtssieg, nur einer hatte wohl was dagegen, nämlich der in der 2. Hälfte eingewechselte Ex-St. Paulianer Deniz Naki. Ebenjener netzte nach einem Doppelpass zum 1:1 ein, was sich bis zum Ende trotz einiger hochkarätiger Chancen der Braun-Weißen nicht mehr ändern sollte. Trotzalledem wurde Naki wie auch schon bei seiner Einwechslung jetzt auch nach dem Schlusspfiff von den Schlachtenbummlern aus Hamburg frenetisch gefeiert.

Schlussendlich ging es ein wenig enttäuscht über das Ergebnis, aber auch mit einiger Hoffnung für die kommenden Spiele für uns danach etwas zwiespältig wieder zurück in die Hansestadt.

Autor: S.Schroeder
Datum: Samstag, 10. November 2012 23:18 | Dieser Artikel wurde 1,311mal gelesen
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3 Kommentare

  1. 1

    Hehe, die Baumarkt-Wurst :)

  2. 2

    Wieder ein schöner Bericht. Schade, dass es mittlerweile schon fast klar ist, dass es bei St. Pauli auswärts kein alkoholhaltiges Bier geben wird :-(

  3. 3

    Vielen Dank für das Lob!

    Und Besserung ist in Sicht… gestern gab es bei Tante Erna immerhin schon 3 Umdrehungen!!

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