Die Weserspucker-Wurst bei Union Minden

Union Minden

Beim Begriff ‘Weserstadion’ denkt vermutlich jeder zunächst an die Spielstätte des SV Werder Bremen. Weniger bekannt dürfte sein, dass ca. 100 Kilometer stromaufwärts ein weiteres Weserstadion steht. In ihm trägt die 1. Mannschaft von Union Minden ihre Bezirksligaspiele aus. Union Minden ist ‘mein alter Verein’; dort bolzte ich als kleiner Junge. Ich musste allerdings irgendwann einsehen, dass das Fußballspielen nicht zu meinen Kernkompetenzen zählt. Zu einem Heimspiel der ersten Mannschaft habe ich es irgendwie auch nie geschafft, aber das konnte ich vor Kurzem bei einem Abstecher in der Region nachholen. Am 5. Spieltag der Bezirksliga Staffel 1 im Bezirk Westfalen spielte Union Minden gegen die zweite Mannschaft des SV Rödinghausen.

Blick auf die TribüneDas Mindener Weserstadion ist wirklich ein gemütlicher Ort. Zu den Bundesjugendspielen ging es in den 90ern regelmäßig gen Stadion, wobei allerdings der Ball bloß geworfen und nie getreten wurde. Das Weserstadion liegt nur wenige Meter von der Weser entfernt in einem Grüngürtel, der in Minden als das ‘Glacis’ bekannt ist (Die Bilder habe ich übrigens nicht durch Instagram gejagt. Meine Handykamera ist wirklich so schlecht.). Man hat dadurch ein wenig das Gefühl, dass es sich um ein Waldstadion handelt. Nach dem Spiel kann man sich bei gutem Wetter direkt an die Weserpromenade flegeln, was sehr angenehm ist. Die Weserpromenade bietet einige Schritte weiter einen Biergarten und, auf der gegenüberliegenden Weserseite, neuerdings einen Beachclub. Dem Touristen seien im Umkreis die Mindener Altstadt, eine Schiffsfahrt auf dem Weserbogen sowie das Kaiser Wilhlem-Denkmal in Porta Westfalica empfohlen. Ich bin kein großer Wanderer, aber im Wesergebirge verbirgt sich auch der ein oder andere Wanderpfad. In der Fußgängerzone (Bäckerstraße) steht der auch jenseits der Stadtgrenze bekannte Weserspucker. Dieser findet sich auch im Vereinswappen von Union wieder. Durchreisenden möchte ich ferner den Fleischermeister-Grill in der Portastraße empfehlen. Ich habe bislang noch nirgends ein besseres Pita Gyros finden können.

Fanclub "Die Täuschers"Kommen wir kurz zum Spiel. Leider kamen wir erst 15 Minuten nach Anpfiff ins Stadion. Kurze Zeit später, nämlich in der 29. Minute, sahen wir einen Treffer des Gastes aus Rödingshausen. Da es im Stadion keine Anzeigetafel gibt und wir bis dahin vom Spielstand keine Kenntnis hatten, waren wir über die Ansage des Stadionsprechers erstaunt. Es war bereits das 0:4! Und das auch völlig verdient, denn Union Minden stocherte in der Abwehr teils kläglich herum und konnte kaum Angriffe nach vorne bringen. In der 25. Minute verloren die Mindener auch noch einen Spieler nach einem Platzverweis. Allerdings konnte sich die Mannschaft danach einigermaßen stabilisieren. In der zweiten Hälfte gelang dem SV Rödinghausen dann bloß noch ein weiterer Treffer zum Endstand von 0:5. Union Minden ist in der vergangenen Saison aus der Landesliga in die Bezirksliga abgestiegen. Falls sie so weiterspielen sollten, werden sie dort auch noch eine Weile bleiben. Übrigens: Union Minden hat eine hörenswerte Vereinshymne, die direkt auf der Vereinshomepage abgespielt werden kann. Von den dort besungenen Fanfaren war im Stadion allerdings nichts zu hören. Ich schätze, dass bloß um die 100 Zuschauer da waren. Von Gesängen oder Anfeuerung keine Spur. Ein Schild des Fanlubs “Die Täuschers” war für mich der einzige Hinweis auf so etwas wie eine größere Fangemeinde.

Die CafeteriaNach Betreten des Stadions wurde natürlich überprüft, ob es ein Verpflegungsangebot gibt. Ich habe übrigens vor Kurzem erklärt bekommen, worin der Unterschied zwischen Verpflegung und Kochen (bzw. in diesem Fall Grillen) besteht. Wobei Verpflegung sicher kein Kompliment ist. Sprechen wir daher lieber vom Grillangebot. Unter der Tribüne gibt es eine ‘Cafeteria’ mit nettem Personal, die das ein oder andere parat haben. Softdrinks (0,3l) gibt es für 1,50 Euro. Daneben gibt es zu meiner Freude auch Vitamalz für 1,80 Euro. Wobei Karamalz natürlich noch besser wäre. Der Bierfreund wird sich am Barre Bräu, dem Pils aus der Region, erfreuen können. Theoretisch drohen in Minden ja auch Herforder und Detmolder. Barre Bräu ist eine wirklich feine Pilsmarke und mir aus der Jugendzeit wohlbekannt. Das Barre-Pils 0,3l und seine Derivate (z.B. Alster) gibt es für 1,80 Euro. Kaffee und Wasser können für 1,00 Euro gezogen werden.

Die Weserspucker-Wurst Wursttechnisch hatte Union Minden nichts Außergewöhnliches zu bieten. Die Wurst kam für 2,00 Euro und war von der Firma Bauern Gut. Zumindest vermute ich das angesichts der entsprechenden Werbebanner. Die Wurst schmeckte gut, war kross gegrillt und angemessen dimensioniert. Letztentlich ist es aber auch wieder nur eine Industriewurst, sodass sich die Wurstkunst der Region im Weserstadion leider nicht voll präsentieren konnte. Hier noch einmal der Hinweis: Die Fleischerei Edler aus Porta Westfalica ist diesbezüglich nicht zu toppen. Auf der Wurstpappe fand sich auch ein aus Hamburg bekanntes Toastbrot-Dreieck, im Westen also nichts Neues. Senf, Ketchup und Curry-Ketchup standen zur Selbstbedienung bereit. Witzig fand ich den Currystreuer, mit dem ein Currywurst-Imitat hergestellt werden konnte. Insgesamt bot Union Minden eine solie Wurst mit freundlicher Bedienung. Das Barre Bräu ist ein dicker Pluspunkt, sodass ich für die Weserspucker-Wurst drei Sterne vergeben kann.

(3/5)

Spielbericht beim Mindener Tageblatt

Weserstadion bei Wikipedia.de

www.union-minden.de

www.s-v-roedinghausen.de

Autor: M.Turski
Datum: Donnerstag, 27. September 2012 17:17 | Dieser Artikel wurde 584mal gelesen
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4 Kommentare

  1. 1

    Danke für den wirklich gelungenen Reiseführer zu Minden und Umgebung. Ich finde solche Tipps wie bester Metzger, bestes Gyros etc. sollten wir tatsächlich öfter berücksichtigen!

  2. 2

    Danke für den schönen bericht! Hab mir natürlich sofort die Union-Hymne angehört, ganz groß :-)

  3. 3

    Auch von mir ein Lob für den interessanten Artikel! Was leider nicht im Text audtauchte, dafür aber sehr schön auf den Fotos zu sehen ist, sind die Imbisstände mit Blick auf´s Spielfeld. Gibt es so nicht überall und ist aus meiner Sicht absolut als Pluspunkt zu werten! :)

  4. 4

    Du hast Recht Sascha, das war mir so genau gar nicht aufgefallen. Vom Imbiss aus kann man das Spielfeld wirklich perfekt sehen. Auf den Bildern sind auch die Stehtische rechts neben der Cafeteria nicht zu sehen.

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