Wurstsensation bei Holstein Kiel – Pokalsensation gegen den MSV Duisburg

holsteinkielNach langen Jahren hatte es Holstein Kiel endlich einmal wieder in die zweite Runde des DFB-Pokals geschafft – durch ein überzeugendes 3:0 gegen Energie Cottbus in der ersten Runde des Pokals. Nun also schickte sich der zweite Zweitligist im aktuellen Pokalwettbewerb an, den Vierligisten von der Förde aus dem Pokal zu werfen. Bereits in der Regionalliga Nord, die Holstein Kiel noch vor RB Leipzig anführt (wer hätte das gedacht?), zeigten die Kieler bis dato  mehr als ansprechende Leistungen,  eine Überraschung schien allemal im Bereich des Möglichen. Daher war der Gang ins Stadion natürlich für die meisten Kieler Fußballanhänger obligatorisch. Bereits vor dem Spiel gab es schon die erste Pokalsensation…

Direkt nach der Arbeit am Stadion angekommen, stand nämlich erst einmal die Verpflegungsaufnahme auf der Prioritätenliste ganz oben und wurde nicht in die Halbzeit vertagt. Und auf einmal roch es nicht mehr einfach nur nach potentieller Pokalsensation aus fußballerischer Sicht … ein feiner Geruch strömte um das Holsteinstadion… das war doch nicht?… das konnte doch nicht??…war das wirklich???… und dann die Gewissheit: Es war der feine Geruch vor sich hin glühender Kohle!!! Und wo Kohle ist, da ist auch Wurst!!! In Anbetracht der für das Stadion unüblichen Zuschauerscharen hatte man nämlich vorgesorgt und diverse weitere Verpflegungsmöglichkeiten in Form von Bierwagen und eben auch Schwenkgrills geschaffen – absolut vorbildlich, dass trotz eines so großen Andranges im Stadion keine Wartezeiten vorhanden waren. Dies ist sogar gegenüber dem normalen Ligabetrieb eine signifikante Verbesserung.

WurstDie Bratwurst eines größeren Wurstherstellers war perfekt gegart und gleichmäßig gebräunt. Versetzt mit den feinen Röstaromen eines Kohlegrills konnte die Wurst geschmacklich absolut überzeugen und gefiel allen umstehenden Essern außerordentlich. Der Preis von 2,20 Euro war zudem für die Größe der Wurst angemessen. Toastbrot, Senf und Ketchup standen im Brotkorb bzw. Spender zur Selbstbedienung bereit. Neben der Wurst waren Frikadellen vom Grill im Angebot – diese wurden aber zugunsten einer zweiten Wurst verschmäht. Alles in allem kann man nur hoffen, dass der getestete Stand direkt am Eingang zu einer festen Institution im Holstein-Stadion wird – er wäre neben dem wirklich ansprechenden Fußball, den Holstein Kiel im Moment zelebriert, ein weiterer Grund ins Stadion zu gehen.

(4.5/5)

Beseelt von der Wurst ging es langsam aber sicher auf den Anstoß zu. Noch schnell ein Bier der Marke Warsteiner für 3,50 Euro im Halbliterbecher besorgt (alle weiteren Angebote blieben gegenüber einem früheren Test unverändert), dann schafften wir es auch irgendwie, uns in den völlig überfüllten Block zu quetschen. Die Stimmung im gesamten Stadion war bereits blendend. Es herrschte Pokalatmosphäre, das Holstein-Stadion war das erste mal seit langer Zeit ausverkauft. Auch der Gästeblock war gut besetzt (nicht zuletzt mit KSV-Fans, die keine anderen Tickets bekommen haben) und präsentierte sich in Pyro-blendender Stimmung.  Ein Kuriosum gleich nach dem Anstoß: Die nagelneue Anzeigetafel funktionierte nicht wie sie sollte – und zeigte auf einmal einen Spielstand von 0:0 nach neunzig Minuten. Sicherlich ein Ergebnis, dass alle KSV-Anhänger vor dem Spiel mehr als zufrieden gestellt hätte und einige zu einem höhnischen Jubeln veranlasste – aber es sollte ganz anders kommen. Das Spiel begann dann fast wie erwartet – Duisburg machte sofort Druck und versuchte, Holstein in der eigenen Hälfte einzuschnüren. Doch bereits nach einigen Minuten fanden die Kieler ins Spiel und legten ihren Respekt ab, es entwickelte sich ein munterer Kick auf beiden Seiten. Zur Pause machte sich allgemein das Gefühl breit, dass hier und heute für den Viertligisten etwas geht – ein Klassenunterschied war bis dato nicht erkennbar.

StadionansichtUnd dann passierte es: Nach einem Freistoß in der 52. Minute will Florian Fromlowitz im Kasten des MSV den Ball fangen, dieser prallt jedoch zeitgleich an die Latte und entgleitet aus seinen Händen – Kazior ist zur Stelle und schiebt den Ball ein: 1:0! Abrissstimmung im Holstein-Stadion! Von unserem Standort sah es so aus, als ob der Torhüter den Ball absichtlich ins Tor getragen hat, Gelächter machte sich breit. Aber egal: die Zuschauer waren völlig aus dem Häuschen und peitschten ihre Mannschaft weiter nach vorn. Bereits vier Minuten später dann sogar das 2:0 für Holstein Kiel durch Fiete Sykora nach einer feinen Ecke - das Publikum kannte kein Halten mehr und flippte vollends aus. Im Anschluss feuerten die Kieler Fans wie im Rausch ihre Mannschaft über die restliche Spielzeit an – Vierte Liga, keiner weiß warum! Trotz Schlussoffensive bleibt der MSV ideen- und chancenlos, Kiel gewinnt völlig verdient mit 2:0. Die etwa 9.000 Zuschauer hatten Historisches gesehen – und wir eine hervorragende Wurst gegessen.

An dieser Stelle daher der dringende Appell an den Deutschen Meister von 1912 und zweimaligen Finalisten um die Deutsche Meisterschaft: Baut den Grillstand nicht erst zum Achtelfinalspiel Spiel gegen Mainz 05 (da geht was!!) wieder auf, sofern dies wegen fehlender Rasenheizung überhaupt in Kiel stattfindet, sondern zu jedem Heimspiel. Der Wurstabsatz wird bestimmt explodieren. Und das Geschmackserlebnis die Stimmung im Publikum für die nächste Pokalsensation bestimmt positiv beeinflussen. Auf ein Neues am 21. Dezember!

Links:

Spielbericht auf kn-online

Spielbericht auf kicker.de: Zwei Storcheneier für Fromlowitz

Spielbericht auf holstein-kiel.de

Autor: C.Bloecker
Datum: Dienstag, 15. November 2011 23:55 | Dieser Artikel wurde 650mal gelesen
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2 Kommentare

  1. 1

    “Wir stehen Schlange vor dem Stadion
    Es riecht nach Wurst und Sieg und nach Sensation …”
    frei nach Hallberg

    Wir gehen immer wieder hin weil wir auf solche Spiele und ein bisschen auch auf solche Würste warten ;-)

  2. 2

    UPDATE: Auch das nächste Pokalspiel war ja bekanntlich wieder ein echtes Highlight. Mainz wurde völlig zurecht und verdient mit 2:0 aus dem Pokal geworfen.
    Wermutstropfen war aber, dass der Holzkohlegrill am Eingang zur Gegengeraden leider durch einen Imbisswagen mit Gasgrill ersetzt wurde. Die 4,5 Sterne bleiben damit leider ein einmaliges Erlebnis. Es bleibt nur zu hoffen, dass Holstein Kiel sich eines Tages eines besseren besinnt.

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