Pferde-Wurst bei Germania Schnelsen

TuS Germania SchnelsenEs ist schon wieder kalt geworden in Hamburg: Zum Hamburger Oberligaspiel zwischen Germania Schnelsen und Altona 93 konnte man getrost die Winterjacke aus dem Schrank holen. Eine Woche vorher stand man noch mit T-Shirt und sogar in kurzer Hose auf der Adolf-Jäger-Kampfbahn. In Schnelsen gab es noch nie einen Wursttest; dieser weiße Fleck auf der fussballwurst-Landkarte soll hiermit ausgefüllt werden. Zumal es sich mit dem TuS Germania Schnelsen nach zehn Spielen mit 20 Punkten um den Tabellenführer handelt. Altona 93 folgt mit einem Punkt weniger auf Platz drei. Ein echtes Spitzenspiel also.

Das Thema “Pyrotechnik” steht bei den AFC-Fans seit einigen Wochen oben auf der Agenda. Bereits im Vorfeld wurden Taschendurchsuchungen beim Betreten des Sportplatzes auf der Homepage von Altona 93 angekündigt. An den vergangenen Spieltagen wurden des öfteren Rauchbomben und Fackeln gezündet. Man erinnert sich noch gut an das Auswärtsspiel gegen Victoria, das der AFC 0:1 gewann. Dort wurden zu Spielbeginn eine Rauchbombe und später einige Bengalos abgebrannt. Eigentlich schön! Die daraus resultierende Geldstrafe für den Verein war dann aber nicht mehr so nice. Wie auch immer: Die angekündigten Durchsuchungen wurden dann auch durchgesetzt. Des Weiteren wohnten ziemlich viele Polizisten dem Spiel bei. Man hielt es sogar für nötig, drei Beamte zu Pferd zu schicken, was von den Zuschauern eher spöttisch aufgenommen wurde. Ob der Steuerzahler dieses Aufgebot nachvollziehen kann, ist aufgrund des nachteiligen Kosten-Nutzen-Verhältnisses eher zweifelhaft. Aber immerhin: Die Polizei erreichte ihr Ziel, es wurden keine Ordnungswidrigkeiten begangen.

Soweit ich das überblicken kann, ist die Anhängerschaft des AFC in der Pyro-Fragen gespalten: Die einen freuen sich über das Schauspiel und loben die daraus entstehende Atmosphäre, die anderen kritisieren die Geldstrafen für den Verein. So meinte ein AFC-Fan im Altona 93-Forum: “Wer sich für Feuer bis heute sein kindliches Staunen bewahrt hat, kann sich ja meinetwegen seine Hände über einer brennenden Mülltonne an der Straßenecke wärmen, muss aber dafür doch kein Fußballspiel aufsuchen!” Aufwärmen über einer brennenden Mülltonne an der Straßenecke?  Klar, wenn man schon mal in Schnelsen ist…

Für das Problem der Geldstrafen wurde eine sympathische Lösung gefunden, deren Nachhaltigkeit jedoch bezweifelt werden darf: Beim vergangenen Heimspiel des AFC gegen den USC Paloma wurde ein Becher mit der Bitte um Spende herumgereicht. Ob die Kollekte zum Begleichen der Geldstrafe in Höhe von, so habe ich zumindest vernommen, 300 Euro reichen wird, konnte ich aber nicht beurteilen. Vermutlich jedoch nicht.

GetränkebudeAber kommen wir zum Wesentlichen: Der Wurst. Ich kann direkt vorwegnehmen, dass uns nicht Außergewöhnliches geboten wurde. Essen und Getränke wurden an zwei separaten Ständen, die ausreichend bemannt waren, ausgegeben. An der Getränkebude wurde Astra im 0,4l-Becher für 2,50 Euro ausgegeben, was ich für einen vernünftigen Preis halte. Softdrinks  und Wasser gab es für 1,00 Euro im 0,2l-Gemäß. Für mich überraschend war der Glühwein für 1,50 Euro bzw. 2,00 Euro mit Schuss. Nach meinem Dafürhalten muss es Anfang Oktober eigentlich noch keinen Glühwein geben. Bei Aldi & Co. wurden ja schon Mitte September Weihnachtsartikel angeboten, was ich ziemlich beknackt finde. Angesichts des Kälteeinbruchs, für den übrigens kalte Luft aus Grönland verantwortlich war, dürfte gegen eine Wärmung von innen allerdings nichts einzuwenden sein.

Ein paar Meter weiter an der Wurstbude hatte man die Wahl zwischen Krakauer (2,50 Euro), Rost- und Schinkenwurst (je 2,00 Euro) sowie einer Frikadelle (1,70 Euro). Alle vier Angebote konnten für 30 Cents Aufpreis um ein Brötchen ergänzt werden. Die Wurst der Firma Hareico wurde auf einem Gasgrill erhitzt, Senf der Marke Bautzner’ stand bereit. Letzteres ist natürlich ein Pluspunkt! Weniger hat uns gefallen, dass die Brötchen zur Mitte der zweiten Halbzeit, also zum Zeitpunkt des Tests, bereits aus waren. Stattdessen konnten wir die Wurst nur um die bekannten Toast-Dreiecke supplementieren. Gegen die Röstung der Wurst war indes nichts einzuwenden: Sie war allseits gebräunt und schön kross. Auch war die Bedienung am Wagen freundlich. Insgesamt muss man allerdings sagen, dass das Wurst-Angebot der Schnelsener nur Mittelmaß darstellt. Angesichts des fehlenden Brötchens springt leider nicht mehr als eine Durchschnittswertung von 2,5 Sternen heraus.

(2.5/5)

Die Wurst

Das Spiel verlor der AFC übrigens verdient mit 2:1. Gegen den Tabellenführer hatte Altona 93 eigentlich zu keinem Zeitpunkt eine Schnitte, auch wenn tapfer gekämpft wurde. In der 67. ging der AFC sogar in Führung, aber ein Sieg wäre gegen die stärkeren Schnelsener viel Glück gewesen.

Zu erwähnen ist ansonsten noch die jugendliche Band, die vor dem Anpfiff unter einem Pavillon die Germanen-Hymne gespielt hat. Auch in der Halbzeitpause wurden die Besucher mit musikalischen Darbietungen erfreut. Hut ab vor eurem Einsatz!

Links:

Germania Schnelsen

Altona 93

Spielbericht bei Fußball Hamburg

Spielbericht bei hafo.de

Autor: M.Turski
Datum: Donnerstag, 13. Oktober 2011 19:28 | Dieser Artikel wurde 759mal gelesen
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3 Kommentare

  1. 1

    Danke für den ersten Germania Schnelsen Test! Like it!

  2. 2

    Schöner Bericht! Ganz witzig auch die Vereinnahmung des Zeckenhügels auf dem Schnelsener Sportplatz, der aufgrund der sintflutartigen Regenfälle zuvor stark aufgeweicht war… zum Glück gab es hier keine größeren Ausrutscher!

  3. 3

    Leider leidet das PL-Verhältnis in den Augen des durstigen Besuchers, wenn man sich bewusst macht, dass es für 2,50 € nur 0,3l-Bier gab. Aber dennoch ein schöner Bericht :-)

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