Bausparer-Wurst Reloaded

Altonaer FC von 1893Freunde der guten fussballwurst werden vermutlich wissen, dass die Autoren dieses Blogs zu einem guten Teil Anhänger des Altonaer Fußball-Clubs von 1893 sind. Wenig verwunderlich ist daher, dass dieser Verein bei der Wurstberichterstattung bislang überdurchschnittlich oft beachtet wurde. Die Wurst musste sich bislang aber jedes Mal mit unterdurchschnittlichen Wertungen begnügen. Weshalb nun ein weiterer Test auf der Adolf-Jäger-Kampfbahn, der Heimstätte dieses Traditionsclubs? Es ist relativ simpel: Der Betreiber der Gastronomie auf der AJK wechselte zur Saison 2010/11, was eine Veränderung der Versorgungslage bedeuten dürfte. Erste Vortests ließen auch durchaus Gutes erhoffen. Doch  bevor wir uns einem vorschnellen Präjudiz hingeben, sollten wir die wursttechnische Historie des AFC seit Aufnahme der Testtätigkeit zunächst kurz Revue passieren lassen.

Am 24. April 2009 erschien einer der ersten Wursttests auf dieser Website. Wir wohnten dem Regionalligaspiel des AFC gegen die zweite Mannschaft des VfL Wolfsburg bei, welches Altona mit 0:1 verlor. Da die Adolf-Jäger-Kampfbahn für Regionalligaspiele nicht zugelassen ist, wurden alle ‘Heimspiele’ der Saison 2008/09 im Hoheluft-Stadion des Konkurrenten Victoria Hamburg ausgetragen. Zur Wurst auf dem Vicky-Ground war zusammenfassend zu sagen: “Diese Bratwurst ist eine derjenigen, welche dafür verantwortlich ist, dass es diese Testberichte gibt.” Für ihren geringen Durchmesser, die Weißbrotscheiben und ihre industrielle Herkunft erhielt die Wurst am Lokstedter Steindamm schlappe zwei von fünf Sternen. So weit, so schlecht.

Kurze Zeit später spielte Altona 93 das für längere Zeit letzte Regionalligspiel in Eimsbüttel. Getestet wurde bei dieser Gelegenheit die Wurst auf der Haupttribüne, nachdem beim vorgenannten Bericht der Prengel in der Nähe des Stadioneinlasses evaluiert worden war. Während die Wurst erneut mit zwei von fünf Sternen verrissen wurde, erspielte der AFC ein 2:2 gegen Hansa Rostock II. Nach dem Spiel hielt man sich am von der Mannschaft gespendeten Freibier schadlos. Moniert wurden dieses Mal die geringe Brattiefe, die Salzbrenner-Herkunft sowie die mangelhafte Sättigungsbeilage in Form eines komprimierten Brotstücks. Der Verlust der Viertklassigkeit würde neben dem Umzug auf die heimische Adolf-Jäger-Kampfbahn doch zumindest ein weiteres Gutes haben: Eine vertretbare fussballwurst. Oder?

Nein! Denn beim Heimspiel gegen Buchholz versagte das Wurstangebot des AFC erneut kläglich, wieder waren lediglich zwei Sterne die Folge. Die AFC-Wurst schien verflucht zu sein. Getestet wurde damals die Wurst an der Gegengeraden, wobei die Tester die Blässe der Wurst von der Industrie-Stange bemängelten. Ferner wurde abermals ein Brotstück der Marke ‘Gobi’ gereicht. Die Pommes Frites reihten sich ölgeträngt und bar jeden Salzes in das traurige Gesammtbild ein, wozu das überteuerte Bier passte. Wahrlich kein Vergnügen für den wurstaffinen Sportfreund. Zumindest konnte der AFC den Gast aus Buchholz mit 2:0 schlagen.

‘Auf ein Neues’ hieß es daher nun beim Rückrundenspiel der Hamburger Oberliga gegen den SV-Barmbek-Uhlenhorst, wahrlich kein Liebling der Altonaer Bausparer sowie der Tester von fussballwurst.de. Mit einem verdienten 2:0 passte hier schon mal das Ergebnis aus Altonaer Sicht. Aber wie steht es anno 2011 um die fussballwurst? Zur Saison 2010/11 änderten sich die Pachtverhältnisse der Gastronomie auf der AJK.

Bausparer-Wurst Reloaded

Erneut wurde nun die Wurst an der Gegengerade in Augenschein genommen. Zur Auswahl stehen Thüringer und Schinkenwurst für jeweils 2,00 Euro. Damit hat sich beim Preis schon einmal nichts verändert. Auch der Verpflegungswagen ist noch derselbe wie einst, sodass weiterhin auf einem Gasgrill geröstet wird. Zunächst wurde Schlimmes befürchtet, denn die Handhabung der Wurst auf dem Grill war, nunja, sagen wir mal etwas Körperklaus-mäßig. Mit etwas Mühe und nach dem Zerbrechen der Thüringer landete diese dann doch noch auf der Wurstpappe. Auch wurde die Wurst wenig pigmentiert überreicht. Der Biss- und Geschmacktest konnten aber positiv überraschen, denn die Wurst war brühend heiß und sehr lecker. Die Herkunft konnte visuell nicht ermittelt wurden, ich würde aber auf Großfertigung tippen. Garniert wird die Fleischpeitsche mit Vollkorntoast (immerhin kein Weißbrot) und Bolte-Senf. Dazu wird, und das finde ich hervorragend, Jever Pilsener im 0,4-Liter-Becher für 2,80 Euro ausgeschenkt. Damit hat sich das Bier auf der AJK sowohl preis- als auch geschmacksmäßig verbessert, denn vor eineinhalb Jahren gab es noch Holsten für 3,00 Euro. Holsten trifft nämlich nicht so ganz meinen Geschmack.

Als großer Frittenfreund war ich begeistert, auf der AJK nun einmal doch vernünftige Pommes zu bekommen. Für 1,50 Euro wurde eine satte Portion Pomen gut gesalzen übergeben, dazu Majo nach Wunsch aus der Quetscheflasche. Zusammenfassend stieß der Tester auf eine leckere Wurst, ein wohlschmeckendes Bier zu angemessenem Preis sowie eine große und sehr zufriedenstellende Portion Pommes. Dafür springen 3,5 von 5 möglichen Sternen für die Bausparer-Wurst auf der Adolf-Jäger-Kampfbahn heraus. Sehr schön zu sehen, dass sich hier etwas zum Positiven geändet hat. Nun kann auf der AJK wieder gespeist werden, ohne dass sich der Magen umdreht.

(3.5/5)

Autor: M.Turski
Datum: Montag, 18. April 2011 19:41 | Dieser Artikel wurde 631mal gelesen
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2 Kommentare

  1. 1

    Da hat sich aber einer bemüht, möglichst viel Drumherum in die Wertung mit reinpacken zu können. Ich glaube, ich halte mich vorerst mal eher an die Fritten. ;D

  2. 2

    Vermutlich muss man sich langsam wieder herantasten. Die Fritten sind aber ein guter Einstieg :)

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