Der HSV is a Depp – beglubbte Auswärtsfahrt zum 1. FC Nürnberg

1. FC NürnbergNach drei HSV-Siegen in Folge (wann gab es das zum letzten Mal?) sollte vor den Derbywochen gegen Wolfsburg, St. Pauli und Werder unbedingt noch der vierte Erfolg in Serie eingefahren werden. Also spontan Karten und ICE-Gruppenfahrt besorgt und schon ging es für zwei fussballwurst-Tester nach Nürnberg zum Spiel beim Glubb. Was sollte da für uns schon schiefgehen, schließlich war der 1. FCN zuletzt einer unserer Lieblingsgegner? Große Vorfreude außerdem auf die Wurst, die uns bereits mehrfach von fachkundigen Kollegen ans Herz gelegt wurde.

Ein schlechtes Omen jedoch bereits beim Zubringer-Zug von Kiel nach HH: Der hatte eine Verspätung von ca. 30 Minuten – bei der Abfahrt. Auf einmal war das Licht aus, kein Strom im ganzen Zug. Also im Sinne von Bill Gates: Start –> Herunterfahren –> Neu starten – und zumindest ein Triebkopf des ICEs schien wieder zu funktionieren. Der Zug setzte sich dann auch irgendwann in Bewegung, jedoch aufgrund des anderen (defekten) Triebkopfes nur mit Schleichfahrt durchs schönste Bundesland der Welt. Der Zug endete dann auch außerplanmäßig bereits in Hamburg-Altona, sodass ich es mit einem anderen Zug gerade pünktlich zum Treffpunkt am Hauptbahnhof geschafft habe.  Fazit: Einfach mal eine Stunde zu früh losfahren kann weiteren Ärger ersparen und eine Auswärtsfahrt retten.

Die Weiterfahrt klappte wider Erwarten hervorragend, in nur 4 1/2 Stunden waren wir in der Lebkuchenstadt. Dort wollten uns die freundlichen Ordnungshüter zwar direkt zur S-Bahn eskortieren  – ein kurzer Abstecher in die Altstadt wurde uns aber nicht verwehrt. So soll´s sein.

StadionDas Frankenstadion (auch als easyCredit-Stadion bekannt) ist im Gegensatz zu vielen anderen keine reine Fußballarena. Beim früheren Städtischen Stadion  (hat dieser Name in Kreisen der Glubberer eigentlich noch irgendeine Relevanz?) fällt die ungewohnte achteckige Form der Arena mit Laufbahn auf. Trotzdem ist die Distanz zum Spielfeld nicht übermäßig störend.

Aufgrund akuten Hungergefühls steuerten wir direkt nach dem Einlass die Verpflegungszone an. Hier gab es Fischbrötchen, u.a. Lachsbrötchen mit Lachsersatz (was auch immer das ist – es blieb ungetestet), Wiener Würstchen, Pizza in drei Varianten, Steak, Pommes und das hiesige Bratwurstangebot: Drei im Weckla zum Preis von 2,70 Euro.  Das sind drei kleine gebrühte Nürnberger Rostbratwürstchen, die im frischen Brötchen serviert werden. Zubereitet werden diese auf der obligatorischen Bratplatte, der Bräunungsgrad konnte nicht selbst bestimmt werden, was allerdings aufgrund der gut gegarten Wurst nicht ins Gewicht fiel. Senf und Ketchup standen in großen Spendern zur Selbstdosierung bereit, zu der Wurst wurde ein Kulmbacher im Halbliterbecher für 3,70 Euro geordert.

Wurst

Die Wurst gefiel durch sehr intensiven Geschmack, gute Würze und das frische Brötchen. Im Vergleich mit anderen Vereinen liegt sie zwar im oberen Preissegment, was aber aufgrund der guten Qualität in Ordnung geht. Drei im Weckla verdienen daher vier Sterne und sind der Beweis dafür, dass Bundesligafußball und gute Wurst sich nicht ausschließen müssen. Andere Vereine sollten sich mal in Nürnberg zum Wurstpraktikum anmelden.

(4/5)

Nach dem kulinarischen ging es zum fußballerischen Teil des Tages über. Bei bestem Fußballwetter war alles für einen schönen Fußballnachmittag angerichtet. Die erste Halbzeit war jedoch dem Wetter völlig unangemessen, beide Vereine spielten durchwachsen und ein wenig lustlos. So stand es folgerichtig zur (Wurst-) Pause 0:0. In der zweiten Halbzeit agierte der HSV dann äußerst unglücklich: Zunächst holt Rost Eigler im Strafraum von den Beinen – der Elfer wurde durch Simons eiskalt verwandelt. Anschließend kann sich Kacar nur durch eine Notbremse gegen den Nürnberger Mak wehren und fliegt vom Platz. Der fällige Freistoß wird zum Abpraller – Cohen verwandelt eiskalt zum 2:0. Für Nürnberg ein verdienter Sieg, für den HSV wieder einmal die verpasste Chance den Anschluss an die internationalen Plätze herzustellen. Bei einer solch lustlosen Leistung der Hamburger kann man wohl nur sagen: Nicht der 1. FC Nürnberg, sondern der HSV is a Depp!

In Gesellschaft gut gelaunter Nürnberger, die uns als Auswärtsfans nahezu durchweg freundlich begegneten, setzte sich unser Bahn-Dilemma dann nach dem Spiel fort: Die S-Bahn in Nürnberg war auf den scheinbar überraschenden Ansturm von Fahrgästen nach einem Fußballspiel nicht eingestellt und fuhr vorsichtshalber nur alle 30 Minuten mit verkürzten Zügen. Auf dem Weg nach HH wurde schlussendlich der Stopp in Lüneburg durch die Polizei dazu genutzt, den Intensivnutzer der Notbremse ausfindig zu machen. Ob die Suche von Erfolg gekrönt war, ist nicht überliefert, aber so endete der Tag, wie er angefangen hatte: Mit einer Verspätung von 30 Minuten.

1. FC Nürnberg

Hamburger SV

Spielbericht bei kicker.de

Autor: C.Bloecker
Datum: Dienstag, 15. Februar 2011 18:32 | Dieser Artikel wurde 1,043mal gelesen
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2 Kommentare

  1. 1

    die wurst sieht auf den bilder wirklich lecker aus.ich war selbst bisher 2x beim fcn, doch an die kulinarischen köstlichkeiten kann ich mich beim besten willen nicht mehr erinnern.
    am 05.03.11 habe ich aber selbst die gelegenheit zum testen, wenn meine millerntor kicker zu gast beim glubb sind.

  2. 2

    Schön, dass es Euch bei uns gefallen hat und dass die “3 im Weckla” für gut befunden wurden. Jüngst wurde die Nürnberger Stadionwurst zu zweitbesten (hinter Werder) gekürt. Allerdings wundert uns Einheimischen das schon, da wir die Stadionwurst eigentlich ziemlich schlecht finden. An alle Auswärtsfans: Geht lieber in die Stadt und esst dort Bratwurst oder noch besser “Schäufele”… Das wird Euch umhauen. Und ein besseres Bier findet Ihr dort auch!
    Grüßla!

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