Kick am Kanal – Testspielwursttest beim Wiker SV gegen Holstein Kiel

WSV-LogoNach dem Ende der Weltmeisterschaft schlägt das Sommerloch gnadenlos zu. Die Ligaspiele liegen noch in weiter Ferne, also startete die Suche nach einem Alternativprogramm… und wir wurden in bester Fahrrad-Schlagdistanz fündig. Der Wiker SV, soeben in die Verbandsliga Schleswig-Holstein aufgestiegen, lud zum Testspiel gegen die erste Mannschaft von Holstein Kiel, gerade in die Regionalliga Nord abgestiegen. Obwohl somit nur eine Spielklasse die beiden Mannschaften trennt, war die Favoritenrolle zugunsten des KSV Holstein klar vergeben. Neben uns hatten scheinbar auch viele weitere Kieler trotz WM schon wieder Lust auf Fußball, sodass sich immerhin ca. 500 Zuschauer auf dem Platz einfanden.

Nachdem wir vier Euro Eintritt gezahlt hatten, betraten wir das Stadion auf dem Auberg: Abendsonne, fast 30 Grad, sattgrüner Rasen und ein leichter Wurstgeruch in der Luft – Fußballherz, was willst Du mehr? Das Stadion liegt in direkter Nähe zum Nord-Ostsee-Kanal, fast schon unter der Holtenauer Hochbrücke und somit auch in direkter Nachbarschaft zu den Schleusenanlagen. Die Anlage ist sehr großzügig gestaltet und bietet neben dem Rasenplatz auch noch einen Grand-Platz (dieser diente während des Spiels als Parkplatz), eine Laufbahn und zwei Beachvolleyball-Felder. Der Rasenplatz ist mit einem Wall umgeben, auf dem die Zuschauer Platz gefunden haben. Direkt am Spielfeldrand befanden sich das Vereinsheim, die Umkleidekabinen und weitere Gebäude des Vereins. Alles in allem eine einladende und gemütliche Sportanlage, die auf jeden Fall einen Besuch wert ist.

4815252175_7b9bd2e3bbHunger und Durst waren nach dem Arbeitstag groß, daher ging es noch vor dem Anpfiff direkt in die Verpflegungszone. Es gab lediglich einen Stand für Getränke, hier wurde frisch gezapftes Holsten für faire 2 Euro im Plastikbecher ausgeschenkt. Ferner gab es Softgetränke für 1,50 Euro zu erstehen. Leider war die Wartezeit recht lang, da lediglich eine Tresenkraft den Ausschank vornahm und sich viele durstige Zuschauer auf einmal eingefunden hatten. Nachdem das Bier erstanden war, ging es direkt weiter an den daneben liegenden Wurststand. Hier das gleiche Bild: Eine lange Schlange hungriger Menschen und zu wenig Personal.

Schließlich waren wir doch an der Reihe und orderten die klassische Bratwurst. Diese kam vom (sehr kleinen) Gasgrill und wurde mit der gleichen Hand auf die Wurstpappe befördert, mit der gleich im Anschluss das Geld (1,60 Euro) abkassiert wurde. Nicht gerade appetitlich. Zuvor war einer offensichtlich zu lang gebratenen Wurst bereits die schwarze Kruste mit einem Messer unter Zuhilfenahme der Finger abgekratzt worden. Auch das wahrlich kein kulinarisches Vergnügen. Neben der Bratwurst waren noch Nacken- und Putensteak von der Bratplatte sowie Schinkenwurst im Angebot. Die Wurst war äußerlich gut gebräunt und damit vom Bräunungsgrad eigentlich genau nach meinem Geschmack. Eine andere Wurst Marke “Lakritzstange” konnte zuvor gerade noch abgewiesen werden. Während man zum Fleisch ein Brötchen für 30 Cent Aufpreis erstehen konnte, war dies für die Wurst “auf gar keinen Fall” möglich. Also begnügten wir uns mit dem obligatorischen Toastbrot, das leider bereits angetrocknet war. Mittelscharfer Senf stand in einer Schale bereit, Ketchup gab es aus der Quetschflasche, beides stand ungekühlt in direkter Sonneneinstrahlung.

Mit der Wurst ab zum nächsten Stehtisch, hier dann die nächste Enttäuschung: Trotz guter Optik war die Wurst geschmacklich leider ein Desaster: Sie war schlecht gewürzt, die Konsistenz erinnerte mehr an Fruchtgummistangen eines bekannten Süßwarenherstellers denn an eine vernünftige Bratwurst. Wirklich schade, ein Nachschlag fiel damit für uns auch definitiv aus. Eine solche Wurst, sofern man sie überhaupt so nennen darf, hat es aus meiner Sicht nicht mal verdient, fotografiert zu werden. Da sie heiß und immerhin von außen ein wenig kross war, erhält sie aber noch einen halben Stern. Das wirklich tolle Ambiente und die fairen Getränkepreis lassen mich einen weiteren halben Stern spendieren, mehr ist aber auch mit viel gutem Willen nicht drin.

(1/5)

Da wir uns nicht erneut in die lange Getränkeschlange stellen wollten, holten wir uns weiteren Proviant aus der Flasche direkt im Vereinsheim. Im Angebot waren diverse Biersorten verschiedener Hersteller zu absolut fairen Preisen. Das Ganze auch noch ohne Warteschlange. Just in diesem Moment ertönte auch der Anpfiff der ersten Halbzeit, wir begaben uns direkt hinter das Tor des Wiker SV. Wie erwartet entwickelte sich ein recht einseitiges Spiel, in dem Holstein Kiel viele gute Chancen hatte, jedoch den Ball zunächst nicht über die Linie brachte. Mitte der ersten Halbzeit verflachte das Spiel dann ein wenig. Dies gab uns die Möglichkeit, das recht ansehnliche und professionelle Spiel der Beachvolleyballerinnen auf dem Platz vor uns zu beobachten. Als Kostprobe gibt es hier einen Spielzug:

In der 36. Minute erzielte dann Holstein Kiel aber doch das 1:0 durch Sembolo, der in der ersten Halbzeit dreimal beste Chancen vergab. Eine Minute später war es dann Heider, der standesgemäß und auch verdient auf 2:0 erhöhte. In der Halbzeit wechselten wir die Spielfeldseite, so dass wir die fortwährenden Angriffe der KSV Holstein auch weiterhin aus kurzer Distanz verfolgen konnten. Da WSV-Keeper Borchert einen Sahnetag erwischt hatte, dauerte es aber bis zur 86. Minute, bis ein durch Nagel direkt verwandelter Freistoß das 3:0 für Holstein markierte.

Anschließend wurde Torwart Borchert, begleitet vom Applaus der Zuschauer, ausgewechselt. Fazit: Tolle Anlage, nettes Spiel, viel Verbesserungspotential bei der Wurst. Trotzdem ein gelungener Fußballabend  und mal wieder eine Fahrrad-Fahrt wert.

Autor: C.Bloecker
Datum: Mittwoch, 21. Juli 2010 19:07 | Dieser Artikel wurde 1,304mal gelesen
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Ein Kommentar

  1. 1

    Ohhh Mann,

    vielleicht hättest Du nicht die Wurst, sondern die Beachvolleyballerinnen (gibt es ein längeres Wort?) bewerten sollen.

    Schade Wiker SV, da hätte ich mehr erwartet.

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