Lecker Testspielwurst in Nordfriesland mit dem HSV

kreis_nordfrieslandLange hab ich warten müssen, um dieses tolle Titelwortspiel anbringen zu können, aber am 04.07.2010 war es soweit und ich sah mein erstes Fussballspiel im nordfriesischen Leck. Im überraschend weiten Rund des Nordfrieslandstadions bestreitet normalerweise der MTV Leck in der Schleswig-Holsteinischen Verbandsliga Nord-West seine Spiele. Diesmal aber wartete das Duell einer nordfriesischen U 23-Auswahl gegen die Nicht-WM-Fahrer des Hamburger SV, die nach einem Kurztrainingslager auf Sylt auf der Rückreise ihr Visitenkärtchen in der „Testspielprovinz“ abgaben.

Stolze  4.200 Besucher (davon höchstens die Hälfte über 12 Jahre alt, zu hören vor allem an der ständigen Vuvuzela-Untermalung) sahen bei strahlendem Sonnenschein und brütender Hitze einen standesgemäßen 9:0 Sieg des Profiteams, das sich nicht zu schade war zumindest in der ersten Hälfte die erste Elf der Daheimgebliebenen aufzustellen (Torschützen u.a. Petric und van Nistelrooy). In der zweiten Hälfte dagegen gab es das zu erwartende Stelldichein der Rückennummern 30+X. Nur der arme Marcus Berg, das 12 Millionen Schnäppchen des Vorjahres, musste mit den Amateuren und A-Jugendlichen in der zwoten Halbzeit ran.

Für Speis und Trank hatte der Veranstalter ordentlich gesorgt und man hatte die Wahl zwischen Wurst von der Gasplatte oder aber jener vom eigens bereitgestellten separaten Schwenkgrill. Und was für ein Riesen-Schwenkgrill das war! Da fiel die Wahl natürlich nicht schwer. Die Bratwurst des lokalen Lecker Schlachters wird im aufgeschnittenen Brötchen gereicht, die Brötchen liegen zuvor kurze Zeit neben dem Bratgut einträchtig auf dem Grill. Senf und Ketchup dazu gibt’s im Spender, leider aber ohne Selbstbedienung. Nach Senf oder Ketchup wird man von der resoluten, aber nicht unfreundlichen Bedienung gefragt, welche sodann einen langen dünnen Streifen die Wurst längs aufträgt. Wie man hieran sieht hatte das ganze einen Anflug von Massenabfertigung, auch an einen individuell zu fordernden Bräunungsgrad war nicht zu denken. Dies finde ich aber bei einer solchen Großveranstaltung nicht groß zu beanstanden.

Wurst in LechDie gebrühte, gut gebräunte Bratwurst selber verdient sich wirklich Höchstnoten! Eine tolle Konsistenz und ein herausragender Geschmack. Der Schlachter hat offenbar ein gutes Händchen für die richtige Gewürzmischung. Zudem war das Beilagenbrötchen das Beste in welchem mir bislang eine Wurst kredenzt wurde. Luftig, kein bisschen angetrocknet, durch die kurze Zeit auf dem Grill und die Tageshitze angewärmt und trotzdem mit schön krosser Kruste. Chapeau! Besser geht es mit Wurst und Beilage kaum. Abzüge in der B-Note müssen dennoch vergeben werden, denn etwas mehr Senf hätt’s sein können. Und die Möglichkeit diesen selbst aufzutragen und beispielsweise zwischen Wurst und Brötchen zu positionieren ist ein Luxus, den der Bratwurstliebhaber nicht gerne missen mag. Pluspunkte wiederum gibt’s für das hervorragende Catering-Angebot an diesem Tage. Neben meiner Schwenkgrillwurst im Brötchen für 2,50 Euro gab es an diesem Stand noch das Steak im Brötchen für 3,50 Euro und Kartoffelsalat für 1,80 Euro pro Portion. An den Non-Schwenkgrill-Ständen konnte sich der Wurstbanause mit Bratwurst für 2,00 Euro, Currywurst für 2,50 Euro und Pommes nebst Tunke zu 2,00 Euro versorgen. Irgendwo schien man im Übrigen auch Eis herzubekommen. Gezapftes Bier, vermutlich Warsteiner für 2,50 Euro und Softdrinks für 2,00 Euro gab’s in der Größenordnung 0,3 l. Die leckere Wurst, das gute Brötchen und das umfangreiche Angebot bekommen von mir unter Eindruck der mangelnden „Selbstgestaltungsmöglichkeit“ vier volle Punkte!

(4/5)

Wie repräsentativ dieser Test allerdings ist, muss dahingestellt bleiben. Ich nehme nicht an, dass jedes Jahr ein Erstligist in Leck vorbeischaut und ob der dort beheimatete MTV fürs Verbandsligapublikum ebenso groß auffährt, mag bezweifelt werden…

Links:

MTV Leck

Spielbericht beim HSV

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Autor: M.Buschmann
Datum: Donnerstag, 15. Juli 2010 17:30 | Dieser Artikel wurde 1,137mal gelesen
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5 Kommentare

  1. 1

    Gab es dort wirklich Vuvuzelas? Ich habe eigentlich gehofft, dass dieses fürchterliche Phänomen in Südafrika bleiben würde…

  2. 2

    Ja, die gab es leider wirklich! Aber zum Glück nur die deutsche Variante mit den vom TÜV verlangten Schalldämpferm :-)

  3. 3

    Schöner “Saisonauftakt” mit 4 Sternen – aber wie im echten Leben müssen gute Testspielergebnisse im Saisonverlauf ja auch bestätigt werden! Gerüchteweise soll es in NF in ausgewählten Stadien auch Krabbenbratwurst geben (http://de.wikipedia.org/wiki/Nordseegarnele) – ich bleib da mal am Ball, klingt lecker…

  4. 4

    Vielleicht spricht es sich ja rum, dass unter den HSV-Fans sich auch Bratwurstjournalisten befinden ;-)

    Ach und war der Kartoffelsalat vegan?

  5. 5

    vegan, also ohne eier? aber ich glaube selbst ne ordentliche Mayonaise ist nicht wirklich vegan, deshalb behaupte ich mal ohne ihn selbst gekostet zu haben: Nee!

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