Wie die DJK Waldberg im DFB Pokal gegen die Bayern – Bratwurstjournalisten beim Grimme Online Award
Letzen Mittwoch in der Früh ging es Richtung Köln über den Dom zur Vulkanhalle zum Grimme Online Award, um die erwartete Watschen abzuholen. Wir sind zwar Fußballfans für die nur das Gewinnen zählt, aber als Bratwurstjournalisten zählte für uns hier der olympische Gedanke: Dabei sein ist alles! Danken möchte ich hier nochmal der Nominierungskommission für die mutige Nominierung in der Kategorie „Kultur und Unterhaltung“. Wenn man sich als Bezirksligist für die Hauptrunde im DFB-Pokal qualifiziert, hofft man auf einen großen Gegner. Verloren wurde zwar nicht mit 1: 16, wie damals die DJK Waldberg gegen den FC Bayern, aber verloren!
In der besagten Kategorie hatten wir mit frischfilm.de, der Kurzfilmplattform des Schweizer Fernsehens, Vierundzwanzig.de von der Deutschen Filmakademie und „Das Rätsel Frau: Geheimnisse in den Bildern Botticellis“ vom Hessischen Rundfunk die für den Amateurfußballer großen Gegner. Aber auch einige andere Amateure waren in unserer Kategorie vertreten. Zum Beispiel Retro TV, die sich dem Fernsehprogramm der sechziger bis achtziger Jahre widmen.
Nun aber zurück zur Ankunft in Köln, wo man direkt bei der Einfahrt mit dem Zug das Kölner Wahrzeichen, den Dom, sehen kann. Erst aber wurde sich in der Fußgängerzone natürlich mit Bratwürsten gestärkt, bevor das Wahrzeichen besichtigt wurde. Später ging es dann zum Hotel, wo sich man sich awardfein machte. Da noch etwas Zeit war und der zweite Wahlgang vorbei, ging es ums Eck, um die taktische Aufstellung für die Preisverleihung bei einem Kölsch zu besprechen.
Mit dem Taxi ging es dann gen Vulkanhalle, ein alter, rot verklinkerter Industriebau, der jetzt ein Veranstaltungsareal ist. Früher wurden da wohl Glühbirnen hergestellt, die an jenem Abend weiter zur Raumerwärmung beitrugen. Dort angekommen hielten sich erst mal alle im Innenhof auf, wo Getränke und Häppchen gereicht wurden. Es kam zu ersten Gesprächen mit bekannten Gesichtern, während sich Promis der Kategorien B bis D am roten Teppich ablichten ließen. Bis auf Oliver Welke und Helmut Zerlett erkannte ich niemand der sich da am roten Teppich ablichten ließ, wobei ich beide in die Kategorie B+ einstufe. Herr Welke kurz vorm Aufstieg zu A und Herrn Helmut Zerlett befindet sich in der Relegation zu B. Als Fußballfan hätte ich mir ein Stück Kunstrasen gewünscht, oder zumindest einen grünen Teppich.
Auf dem Vorplatz wurden Häppchen und Kaltgetränke gereicht, bis die Veranstaltung begann. Bier von Gaffel wurde aus Reagenzgläsern getrunken. Nach der Begrüßungsrede ging es dann auch schon los mit unserer Kategorie. Durch einen Videoeinspieler wurden alle Angebote vorgestellt, wobei unser Angebot für den meisten Applaus und Lacher sorgte. Obwohl wir eigentlich mit nichts rechnen konnten kam der Puls schon etwas in Wallung, ähnlich wie bei einem englischen Elfmeterschützen gegen einen deutschen Torwart bei einem Fußballturnier. Ob nicht doch nach dem Öffnen des weißen Umschlages „and the winner is fussballwurst.de“ verkündet werden würde? Gewonnen hat bei uns Frischfilm und es wurden keine weiteren Preise mehr vergeben.
Dafür hagelte es in der Kategorie „Wissen“ gleich vier Preise auf die im Wettbewerb befindlichen Seiten nieder. littleberlin.de, Ein Jahr auf dem Bauernhof, Das Wunder von Leipzig und beroobi – Erlebe Berufe online. Alles Angebote, die von großen Medien auf den Markt gebracht wurden. Völlig leer ging hingegen „not quite like beethoven“ aus. Ein Blog, in dem ein tauber Mensch über die alltäglichen Dinge des Lebens schreibt, eben so wie sich für ihn das Leben so darstellt. Das ist Wissen, das so in der Form noch nicht im Netz vermittelt wurde, und hätte meiner Meinung auch eine Auszeichnung verdient. Dann hätte halt eines der schicken, großen Angebote leer ausgehen müssen.
Schön fand ich in der Kategorie Information, dass mit Fu-Pa.de ein Amateuronlinemagazin ausgezeichnet wurde. Im Laufe des Abends ergab sich das Gespräch mit M. Wagner, dem Initiator von FuPa, in dem Glückwünsche überbracht wurden. Interessant für mich als Franke war zu erfahren, dass in Niederbayern bei den kleinen Amateurspielen in der Kreisklasse nur Wurstbrötchen zum Verzehr angeboten werden und sich Fu-Pa überlegt, das Thema Bratwursttests bei Fußballspielen in ihre preiswürdige Seite einzubauen. Ach, die Bratwurst ist halt doch eine Fränkin. Außerdem ging ein weiterer Preis ans Soukmagazin, welches Hintergrundinformationen aus dem Nahen Osten liefert.
Dann gab es noch die Kategorie Spezial, wo der Twitter-Account Tiny_Tales, sich gegen die Zeit durchsetzte und den Publikumspreis, der vom einzigen wirklichen TV-Anwalt, Holger Kreymeier, mit Fernsehkritik-TV nach Hamburg geholt wurde. Präsentiert wurde der Pupblikumspreis mit Downloadhinweisen auf das neue, tolle TV-Spielfilm-App, was schon fünf oder sechsmal überarbeitet wurde, und jetzt wirklich super toll ist und es sich wirklich lohnt, das Ding umsonst runterzuladen. Moderiert wurde die Veranstaltung von Miriam Pielhau, welche von einer Band begleitet wurde. Zwischendurch wurden auch noch die „klicksave-Preise“ für Sicherheit im Netz von einem nervigen Mädel vergeben.
Nach gut 95 Minuten, also ein Fußballspiel plus 5 Minuten Nachspielzeit wegen Spielunterbrechnungen, war der offizielle Teil beendet. Die Band hörte das Spielen auf und wurde durch einen DJ ersetzt und das warme Buffet war eröffnet, leider ohne Bratwurst. Aber es gab reichlich andere wohlschmeckende Köstlichkeiten, Fisch, Schwein und Geflügel. Rind habe ich keines dort angetroffen. Dazu gab es Reis, italienische Schupfnudeln, Kartoffelauflauf, diverse Salate usw. und so fort. Jede Menge Leckeres, was ich jetzt nicht alles aufzählen kann. Nachtisch muss wohl auch sehr lecker gewesen sein, den ich aber links liegen ließ. Die angekündigte Liveübertragung als Stream im Internet war wohl von minderer Qualität und verzögert.
Nachdem das große Fressen vorbei war gingen wohl die meisten Besucher, da anscheinend müde, nach Hause. Es wurde gratuliert, Fotos gemacht und Oliver Welke vom Rest der Reisegruppe wegen eines Wursttests auf fussballwurst.de belästigt. Die beste Wurst hat Herr Welke im Übrigen in Duisburg gegessen und mal schauen, ob wir den versprochenen Bratwurstt als Gastbeitrag bekommen. So stellte sich heraus, dass der Abgesandte des Titel-Magazin seit über 15 Jahren in meiner fränkischen Heimat lebt und sich wegen, Bier, Wein, Landschaft und dem Essen dort unter anderem sauwohl fühlt. Aber es ergaben sich doch noch ganz nette Gespräche unter den noch wenig verbliebenen Gästen. Nach Mitternacht ging es dann mit dem Shuttleservice nach Hause.
Fazit: Die Aftershowparty fand ich so wie der aktuelle Kapitän der Fußballnationalmannschaft mit Nachnamen heißt. War enttäuscht, zumal man sich ja auch zwei Tage freigenommen hatte um bei der Preisverleihung anwesend zu sein. Das ist aber wohl so beim Grimme Online Award, da er immer unter der Woche und am Ende des NRW-Medienforums angesiedelt ist. Auch die Temperaturen trugen wohl auch bei den meisten Gästen dazu bei, dass sie nach der Esserei davon diffundierten. Noch als kleiner Tipp für die in 2011 Nominierten: Wenn ihr kurzfristig vor der Verleihung noch weitere Leute mitnehmen könnt, gehört ihr mit zu den Preisträgern. Den Eindruck habe ich zumindest bekommen.
Für uns als Verein der sich für Förderung der Bratwurst auf dem Fußballplatz einsetzt hat sich die Nominierung schon mehr als gelohnt, denn das Stück Kulturgut ist wieder etwas mehr ins Zentrum gerückt, denn
a.) wir hoffen, dass Fu-pa.de Bratwursttests auf ihrer Seite einbaut
b.) es erscheint ein Schweizer Stadionwurstführer im Sommer, bei dem der Verein durch ein Interview die deutsche Bratwurstkulur beim Fußball abdeckt.
c.) bei Fussifreunden entsteht eine Bratwursttest-Community, die es allen ermöglicht dort Fußballwursttest im Amateurbereich zu schreiben.
d.) mit calcio-culinaria.de aus Kiel nimmt sich ein weiteres Blog dem Thema an.
e.) beim Wupperblog will man die Curry-Wursttesterei wieder neu beleben.
f.) Uli Hoeneß, der Ulmer Fußball- und Bratwursttycoon, bringt mit dem amerikanischen Burgerbrater “Drei im Weggla” zurück in die Innenstädte. Sehr sehenswerte Kampagne im Übrigen. Der Wurstmagnat mit Bart.
Donnerstagfrüh wurde nach dem Frühstück das Gepäck im Bahnhof eingeschlossen, um den Turm des Kölner Doms zu besteigen, von dem man eine ausgezeichnete Sicht auf die Stadt hat. Lustig fand ich als mir beim Abstieg die amerikanische Variante des „Big-Tasty-Kritiker“ entgegen kam, der von seinem sportlichen Vater wie der „Drill Instructor“ aus „Full Metal Jacket“ die Turmtreppen hoch motiviert wurde.
Links:
Alle Preisträger mit Begründung
Bilder von der Reckling Häuser Zeitung – Danke Rainer, dem Solarkritiker
Grimme Online Awards Fotos – Vor der Preisverleihung
Grimme Online Awards Fotos – Empfang vor der Preisverleihung 2010
Grimme Online Awards Fotos – Preisverleihung 2010
















































































Montag, 5. Juli 2010 22:27
Der Big-Tasty-Kritiker scheint ein echter Nahrungsmittelexperte zu sein. Den müssen wir sofort shanghaien ( http://de.wikipedia.org/wiki/Shanghaien ) und per Gehirnwäsche zum Fussballwurst-Kritiker umdrehen.
Ansonsten ein schöner Bericht mit interessanter Promi-Kategorisierung…
Montag, 5. Juli 2010 23:19
Tja, schade dass es mit dem Grimme-Preis nix geworden ist, aber dabei sein ist ja manchmal auch schon einiges. Und ihr seid ja nicht in der ersten Runde vom DFB-Pokal ausgeschieden, sondern mindestens bis ins Viertelfinale gekommen.. :-)
Dienstag, 6. Juli 2010 11:06
Grimme Online Award: Es ging um die Wurst…
Wir haben hier aus dem Tal natürlich mitgefiebert, schließlich ging es im wahrsten Sinne des Wortes um die gute “Wurst”. Letztlich hat es für unsere Wursttest-Kollegen von fussballwurst.de allerdings beim Grimme-Online-Award …
Donnerstag, 8. Juli 2010 12:11
[...] war. Es war eher eine Liebeserklärung an den Fußball. Und für einen Hardcore-Fan, bei dem es das ganze Leben um die Fußballwurst ging, wäre eine solche Urne doch die perfekte Abrundung… AKPC_IDS += [...]
Sonntag, 11. Juli 2010 8:14
Hallo, Ihr Fussballwürste,
schönen Bericht vom Grimme-Online-Award habt Ihr hier online gestellt…Auch wenn Ihr die After-Show-Party lahm fandet, fand ich diese Party doch sehr kurzweilig. Wo man doch so viele nette Menschen kennenlernen dürfte, wie euch z.B.
Danke für Eure DANKSAGUNG für meinen Foto-Link-Hinweis auf die Grimme-Bilder bei der Recklinghäuser Zeitung…
Gruß vom Solarkritiker Rainer H. aus RE
Sonntag, 11. Juli 2010 9:25
Hier noch ein Link mit einem TV-Filmbericht von Jörg Schieb vom WDR, wo auch Eure Webseite erwähnt wird:
http://www.wdr.de/mediathek/html/regional/2010/07/02/aktuelle-stunde-angeklickt.xml
Dienstag, 13. Juli 2010 17:57
@ Rainer:
Es gab mit Sicherheit interessante Gespräche mit netten Leuten an dem Abend, u.a auch mit dir. Aber leider wurde nicht das Tanzbein geschwungen. Deswegen bin ich der Meinung, dass sie lahm war. Wenn die Kapelle geblieben wäre, hatte der Abend bestimmt einen anderen Verlauf genommen.
@ Jan:
Ui. Bis ins Viertelfinale und kein Erstrundenaus! Weißt Du mehr?
Donnerstag, 15. Juli 2010 11:39
@M.Dittmann
Ich glaube nicht, dass das Publikum erwartet hat, dass u.U. an dem Abend noch getanzt werden sollte. An so einem Abend will man lieber Gespräche führen, wo dann lautere Musik eher hinderlich gewesen wäre…
Aber was anderes:
Ich gehe davon aus, daß du den WDR-JörgSchieb-Beitrag über den Grimme-Online-Preis gesehen hast. Eure FUSSBALL-WURST-Webseite wird ja da auch eigentlich positiv erwähnt. Allerdings hat mich geärgert, dass Jörg Schieb eure Webseite suggestiv als “unseriös” hingestellt hat, worüber ich mich bei Jörg Schieb beschwert habe und er hat auch mit folgenden Worten geantwortet:
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“Hallo Herr Hoffmann,
danke für Ihre Nachricht. Dass fussballwurst.de in irgend einer Weise „unseriös“ sei, habe ich nicht gesagt und auch nicht angedeutet. Ich habe sogar gesagt, das sei eine hübsche Idee. Die folgenden Webseiten habe ich allerdings in der Tat als „seriöse Angebote“ angekündigt, da haben Sie Recht. Gemeint war damit, dass sie sich mit „seriösen“ Themen im Sinne von „ernst“ beschäftigen. Ich denke, das wurde in dem Zusammenhang klar, danke Ihnen aber, dass Sie mich auf diese mögliche Missverständlichkeit hinweisen.
Bestge Grüße
Jörg Schieb
WDR Fernsehen / Aktuelle Stunde”
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Ich fand gut, dass J. Schieb meine Kritik verstanden hat und auch die von ihm unbewusst erzeugte Suggestion, die Webseite das “WUNDER VON LEIPZIG” sei seriös, wodurch dann “FUSSBALLWURST.DE” zwangsläufig unseriös sein müsste.