Ein Quantum Toast beim Bramfelder SV

Bramfelder SVSamstagnachmittag vor zwei Wochen, während ein Teil der Fußballfans gen Osten nach Berlin fuhr (die beiden anderen Gruppen verschlug es in den Westen zum Volkspark gegen Mainz oder ans Millerntor zum kleinen Stadtderby) ging’s für mich in den Nord-Osten zum Spitzenspiel der Landesliga Hansa zum Bramfelder SV gegen VW Billstedt unter erschwerten Bedingungen. Das HVV-Bermuda-Dreieck zwischen Kellinghusenstraße, Holstenstraße und Hauptbahnhof hatte wieder einmal Gleise verschluckt, was den HVV zwang, Schienenarbeiten durchzuführen. So ging’s von Altona über den Hauptbahnhof nach Farmsen und dann mit dem Bus 26 bis zur Ellerreihe.

Der Bramfelder SV ist 1945 gegründet worden und ein Breitensportverein mit über 4.000 Mitgliedern. Zu den 19 Sparten gehört neben Fußball auch Trampolinturnen, wo der Großverein bei der Europameisterschaft in Bulgarien mit Daniel Schmidt einen „Nationalspieler“ stellte,  welcher mit Doppelgold zurück kam. Hierzu nochmal einen recht herzlichen Glückwunsch von mir an Daniel Schmidt für das Doppelgold. Aber auch die heute besuchte Fußballabteilung hat schon mal einen ehemaligen Nationalspieler gestellt, welcher 1994 in den USA besonders negativ auffiel. Gemeint ist natürlich Stefan Effenberg. Außerdem erlernte Holger Stanislawski das kleine 1 mal 1 des Fußballs in Bramfeld.

Von der Bushaltestelle ist schon das Vereinsgelände zu erkennen. Es ging vorbei am Sportheim, über eine kleine Terrasse zur Kasse, wo ich wegen des Spitzenspiels einen Euro mehr als die sonst üblichen 4 Euro zahlen durfte. In der kostenfrei ausliegende Stadionzeitungen auf sehr hochwertigem Papier gedruckt (und neben den Einkaufshinweisen) finden sich durchaus auch zahlreiche lesenswerte Artikel, die aber für die lange Rückfahrt nach Altona aufgespart wurden. Am Platz steigt einem angenehmer Duft von verbrannter Kohle von rechts in den Riechkolben. Dazu aber später mehr. Das Spielfeld der Bramfelder ist leider von einer Aschebahn umrandet,  sodass man recht weit vom Spielgeschehen entfernt ist.  Im Uhrzeigersinn ging es auf eine „Platzrunde“, wo die erste Halbzeit ein intensiv geführtes Spiels genossen wurde. In die Pause  ging es mit 1:1  und am Ende gewann Bramfeld mit 2:1. Der Siegtreffer für Bramfeld fiel als die Billstedter das Spiel einstellten, da sie Abseits monierten. Abseits ist erst, wenn der Schiri pfeift. Mittlerweile sind die Bramfelder sogar Tabellenführer in der Landesliga Hansa. Einen ausführlichen Spielbericht findet ihr bei Hafo (siehe Link).

Die Fleischbrennung in bewegten Bildern.

Nun aber zur Bratwurst, welche wieder  der Hamburgswurstmonoplist stellt und über Holzkohle zubereitet wird. Der Hitzedruck des Grills ist aber mehr als fragwürdig. So verweilte die getestet Wurst gefühlte 10 Minuten im Zentrum. Normalerweise ist die Hitze dort am größten.  Nachdem der gernervte Griller wegen meiner Beharrlichkeit den Prengel überreichte, war die Bräunung immer noch sehr durchschnittlich. WurstDie von mir geliebten Brandmarken waren nicht zu erkennen. Während der Wartezeit entstand der kleine Film. Es verließen mehrere bleiche Schweinsstangen den Rost!  Der Industrieprengel sah nach Ende des Grillvorgangs etwas unappetilich aus und erinnerte eher an eine langezogene Rosine, als an eine leckere, saftige Bratwurst. Das Ding war sehr runzlig.  Die Wurst wurde auf Pappe mit Toast gereicht, obwohl zum Nacken Brötchen angeboten wurden. Dem Wunsch nach einem Brötchen gegen Aufpreis wurde nicht entsprochen, da damit die verkauften Nackensteaks abgerechnet werden müssen. Irgendwie ist diese Logik für mich nicht nachvollziehbar. Später, als das Toastbrot ausging, gab es Brötchengeschnetzeltes in der Schüssel, wo vorher ein Quantum Toast lag. Der Senf ist von Aro und steht in Quetscheflaschen bereit. Man kann ihn auch aus der Schüssel auf die Pappe klatschen. Gleiches gilt für den Ketchup, welcher aus der Flasche oder der Schüssel bezogen werden kann. Gekostet hat die Bratwurst 2 Euro und geschmeckt hat sie, naja, etwas übergangen. Schade, schade, denn es hat mit der Holzkohle gut angefangen, aber der unnötige Toast und die schlechte Vergrillung haben die Wertung total verhagelt. Als ein weiteres Getränk gekauft wurde ließ ein Kunde ein Nackensteak erneut auf den Grill legen! Vergebe deswegen nur 2 Sterne für die komplett entfettete “Bratwurst”. Fett ist ein Geschmacksträger und somit war der Prengel annähernd geschmacksbefreit. Positiv war eigentlich nur der Holzkohlegrill.

(2/5)

Außerdem lässt sich am Unterstand auch Bier in der Knolle von Astra und Holsten für 1,50 Euro beziehen. Der bleiche, gewürzfreie Nacken ist für 2,50 Euro im Brötchen zu beziehen. Schinkenwurst gibts ebenfalls mit dem Quantum Tost für 2 Euro. Außerdem kosten Kaffe 1 Euro und Alkoholfreies im kinderfreundlichen 0,2l-Gebinde 1 Euro.

Links

Spielbericht beim HAFO

Bramfelder SV

Trampolin EM Teilnehmer

Autor: M.Dittmann
Datum: Sonntag, 2. Mai 2010 14:37 | Dieser Artikel wurde 1,155mal gelesen
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Ein Kommentar

  1. 1

    [...] zur Industriewurst gibt es nicht viel, nur soviel, dass sie im Gegensatz zur Verzehrten in Bramfeld noch das gewünschte Fett enthielt und somit saftig war. Ich vergebe an die Pinneberger VfL-Wurst [...]

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