Die Lünewurst – Die Bratwurst bei Hansa Lüneburg

Fc_hansa_lueneburg_logoAm letzten Samstagnachmittag ging es mit dem Metronom, dank HVV-Profi-Card ohne Zuschlag, gen Lüneburg um der Partie der Hansa gegen Gifhorn beizuwohnen. Der FC Hansa Lüneburg tauchte national erstmals 2008 im DFB-Pokal in einem Erstrundenspiel gegen den VfB Stuttgart auf, welches der Favorit standesgemäß mit 5:0 gewann. Die Qualifikation erkämpfte sich damals der Lüneburger  SK, welcher 2008 mit dem Lüneburg SV zum FC Hansa Lüneburg fusionierte. Gespielt wird im Wilschenbruch-Stadion, welches man nach einem zirka 30-minütigen Fußweg erreicht. Beim ersten Teil der Strecke läuft man vorbei an Bahngleisen durch ein Industriegebiet, was einen stark an die „Großstadtkrokodile“ denken lässt. Die zweite Hälfte des Weges geht es durch eine pflegte Wohngegend bis zum Stadion.

Dass im Stadion Bauplätze entstehen sollen lässt sich direkt am Eingang erkennen, denn das Schild des alten LSK wurde einfach mit dem neuen Vereinswappen überklebt. Schade, denn  beschreiben will ich das Stadion am Wilschenbruch als eine Mischung aus dem ehemaligen Marienthalstadion mit von Betonplatten gesicherten Rasenstufen hinter dem Tor und einer hohen Tribüne im Stadion an der Hohenluft mit Holzbänken vor dem regionalligatauglichen Umbau. Dort befindet sich auch das schmucke Sportheim. Erstaunlich finde ich noch den Spielertunnel zwischen der „Viki-Tribüne“ und den „Marienthal-Stehplätzen“. Auf der Gegengerade ist alles mit Beton ausgegossen samt „Baywatch“ Turm an der Mittellinie, wo wohl auch der Stadionsprecher das Fußballspiel begleitet. Dort wurde sich auch mit der Reisegruppe niedergelassen, denn es gab dort die Abendsonne über die komplette Spielzeit.

SchweinAlle relevanten Versorgungseinrichtungen befinden sich auf der gegenüberliegenden Seite beim Sportheim. Ein “längerer” Fußweg ist nötig um sich mit Bier und Bratwurst einzudecken. Am Multistand stehen zwei Biersorten zur Auswahl. Becks und Krombacher kosten jeweils 2 Euro.  Das Bier wird aus kleinen Flaschen in Plastikbecher umgefüllt und normalerweise hat man dann bei einer gemischten Bierbestellung das Problem sich zu merken, wo sich das Becks befindet!  Bei Hansa hat man dafür eine innovative Lösung gefunden. Die drei Krombacher wurden in durchsichtige Bechern gefüllt, während das Becks in einem weißen Becher landete. Gut gelöst, wurde so noch nicht vorgefunden und ist gemerkt für die Sternevergabe bei der Bratwurst. An der Preistafel ist zu lesen was die diversen Anitalkoholika kosten und in welcher Menge sie zu haben sind. Cola und andere Getränke des weltgrößten Getränkeverkäufers kosten 1 Euro und gibt’s im kleinen 0,2l-Becher. Bemerkenswert finde ich, dass man Radler auf die Tafel geschrieben hat. Man ist doch im Norden, oder fängt wirklich Süddeutschland schon südlich der Elbe an, wie man es in Hamburg behauptet? Wasser kostet dasselbe, ist aber in einem 0,3l-Becher im Verkauf.  Die Wurstpreise sind nicht zu erkennen, da sich die verschiedenen Becher davor stapeln.

Grundversorgt ging’s zurück an den Platz in der Sonne und es wurde fachgesimpelt über das Spiel und die Liga. In der Saison geht’s für die Vereine um die Wurst, denn die beiden Staffeln Ost und West werden zu einer Niedersachsenliga zusammengelegt. Dämlich nur, dass dem Verband ein Faux pas unterlaufen ist. Es wurde vergessen, dass es auch mögliche Absteiger aus der Regionalliga geben kann.  Aktuell stehen nämlich zwei Vereine aus Niedersachsen auf den Abstiegsplätzen der Regionalliga, sodass neben den 20 geplanten Teams noch zwei weitere hinzukommen könnten. Es drohen also 22 Mannschaften mit 44 Spieltagen. Das würde vermutlich den größte Spielbetrieb in der Ballrepublik bedeuten. Ein Superlativ, den da der NVF gesetzt hat.  Dann wurde noch festgestellt dass das Niveau der Hamburgliga höher ist als beim besuchten Spiel, wo sich Hansa und Gifhorn schiedlich, friedlich mit 0:0 trennten. Ich verweise auf den Spielgericht vom Abendblatt, wo der Autor Hansa Rostock ins Stadion am Wilschenbruch transferiert hat. Eintritt zahlt man 5 Euro als Normalzahler in der Niedersachsenliga-Ost. Nach einiger Zeit stellte sich Hunger ein und es ging zurück zum Verkaufsstand, auf dem eine Sau auf dem Dach auf Bratwurst schließen lässt.

LünewurstDie Lünewurst wird bei Hansa auf einem Gasrost verbrannt und ist vorgegrillt. Sie landen auf einen großem Wurstberg aus Bratwurst und Krakauern, die jeweils 2 Euro kosten und mit Toastbrot verkauft wird. Die Dreiecke sind jedoch leicht angetoastet, was an der Abwärme des Grills liegt, da die Schüssel in der Nähe steht. Das ist wohl eher Zufall. Man hat zwar keinen Zugriff aufs Brot, aber auf Wunsch wird nachgebessert.  Der Senf ist mittelscharf und „grob“ gemahlen. Doch leider habe ich die Marke vergessen, welche auf der Quetscheflasche über einem Aufkleber zu erkennen ist. Das Markenzeichen des Senfes sieht dem der „Rügenwalder Mühle“ ähnlich. Im Falle des Senfes sind es aber anstatt Windmühlenflügel und Windmühle nur zwei wie ein Andreaskreuz angeordnete Würste. Auf den Würsten steht der Senfname, welchen ich ja leider vergessen habe. Wäre nett, wenn jemand von Hansa mir die Marke nennen könnte, damit ich den “Wurstsenf” in mein Sortiment aufnehmen kann. Die Bratwurst wurde von unterem Teil des Berges gewünscht, da diese dann eben heißer ist. Die Wurst landet auf der Pappe an der man die Klemme abreisen kann, da sie perforiert ist.  Die leider vorgebratene, feine,  gebrühte und dicke Bratwurst ist nicht von der Krake, welche mit ihren Wursttentakeln den Hamburger Fußball dominiert. Sehr lecker saftig im Geschmack und mit dem leckeren Senf eine runde Sache. Leider fällt das Toastbrot negativ auf, was durch Zufall etwas angetoastet war. Die Servicekräfte sind sehr kommunikativ und man kann vom Stand das Spiel gut sehen, was die Wartezeit bei weiterer Wurstverbrennung gut überbrücken lässt. Ich vergebe noch einen halben Extrastern für den anderen Bierbecher, sodass ich auf 3 Sterne komme. Ohne den Wurstberg, mit einer Pfanne oder gar Holzkohle und einem röschen Brötchen hätte die Wertung wohl anders ausgesehen.

(3/5)
Ich komme gerne wieder auf eure schöne Anlage ihr Hanseaten, in der Niedersachsenliga. Wenn möglich nennt mir bitte aber vorher die Marke des leckeren Senfs über einen Kommentar, damit mein Senfsortiment erweitert wird.

Links:

Verein

Spielbericht vom Abendblatt – Hansa Rostock spielt am Wilschenbruch!

Sportnord.de – NFV vergaß Regionalliga-Absteiger

Autor: M.Dittmann
Datum: Samstag, 10. April 2010 9:01 | Dieser Artikel wurde 1,406mal gelesen
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2 Kommentare

  1. 1

    Ich möchte anmerken, dass eine 22er liga nur 42 Spieltage braucht, um die Saison zu vervollständigen. Die Sportart, in welcher die Teams auch jeweils gegen sich selbst antreten müssen, ist noch nicht erfunden ;-) schöner bericht über einen netten nachmittag, den ich so nur unterschreiben kann…

  2. 2

    [...] Hansa Lüneburg, welche auch mal in der Saison besucht wurden, erreichten die direkte Qualifikation für die eingleisige Staffel. Für die eingleisige Staffel qualifizierte sich auch der langjährige Zweitligist SV Meppen, die Kickers aus Emden, denen letztes Jahr die Lizenz für die dritte Liga entzogen wurde und der mehrfach an der Relegation gescheiterte VfB Oldenburg. Wegen des enttäuschenden Abschneidens der Oldenburger wurde der langjährige Trainer Joe  Zinnbauer, ein Franke, durch Thorsten Fröhling, unseren ehemaligen AFC-Trainer, ersetzt.  Wünsche ihm auf diesem Wege mehr Erfolg als Zinnbauer, um endlich die vom VfB Oldenburg gewünschte und von der Infrastruktur möglichen Aufstiege zu schaffen. Generell ist die neue eingleisige Niedersachsenliga zu Hamburg eine gute Alternative für dein gepflegtes Spiel bei den Ballamateuren. [...]

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