Achtelfinalbockwurstwienerfrankfurter der kleinen Cordis beim Hamburger Fußballverband

Concordia HamburgDonnerstagabend war das DFB-Pokal-Achtelfinale auf dem Gelände des Hamburger Fußballverbands angesetzt, nachdem es von Dezember bis Februar witterungsbedingt ausfiel. Der Bundesligist Hertha BSC trat mit vier aktuellen Nationalspielern an und war klarer Favorit gegen die letzte im Wettbewerb vertretene Hamburger Mannschaft. Nicht der HSV oder FC St.Pauli,  sondern SC Concordia hielt die Fahne der Hansestadt im nationalen Pokalwettbewerb hoch. Nanu. Irgendetwas ist hier doch falsch! Nein, alles hat seine Richtigkeit, denn wir sind heute bei der A-Jugend.  Die A-Jugend von Concordia ist in der Regionalliga Nord, die zweithöchste Jugendliga, beheimatet und steht dort im Mittelfeld.

Die beiden A-Jugendmannschaften der Hamburger  Bundesligisten zogen schon in der Qualifikation gegen die kleinen Concorden den Kürzeren, was jenen die Teilnahme am DFB-Pokal ermöglichte. Im Erstrundenspiel reiste man nach Halle, um dort nach großem Kampf in der Verlängerung den Nord-Nordost Bundesligisten mit 2:3 aus dem Pokal zu kegeln.

Gespielt wurde wie schon erwähnt auf dem Kunstrasen des HFV. Es ging ab Wandsbek Markt mit Bus vorbei am alten Marienthalstadion,  wo jetzt wohl Wohnungen entstehen, weiter hinaus bis zur Jenfelder Allee. Man läuft und läuft und läuft. Vorbei an Wohnblocks und Kasernen, bis man endlich das Schild erkennt, welchen auf den HFV schließen lässt.  Das Gelände ist umzäunt und nach weiteren „ 300“ Metern erreicht man endlich den Zugang, wo auch schon die Kasse aufgebaut ist. Dort wird man 4 Euro als Erwachsener los. Der Eintritt ist über dem Niveau der Bezirksliga, aber man ist ja schließlich auch bei einem DFB-Pokalspiel. Etwas weiter bekommt man die achtseitige Stadionzeitung in die Hand gedrückt, welche den heutigen Gegner begrüßt und vorstellt, dann auf die Sensation in Halle eingeht und den Regionalligaligakader präsentiert. Sehr lesenswert, aber sonst finden sich nur Konsumhinweise für den interessierten Leser. Egal, das Ding ist kostenlos und muss ja auch finanziert werden.

Die Gebäude am Verbandgelände versprühen den Charme der Wirtschaftswunderzeit, als man bei der Architektur noch auf Zweckmäßigkeit Wert legte und Äußerlichkeiten eine untergeordnete Rolle spielten. An dem Hauptgebäude, wo sich wohl auch die Umkleidekabinen befinden, ist ein kleiner Verkaufsstand aufgebaut, der über ein Kellerfenster versorgt wird. Davor befindet sich in zirka 25 m Entfernung der Kunstrasenplatz, auf dem das Spiel stattfand. An der Gegengerade ist ein kleiner, zirka bis zur Mittellinie reichender Naturhügel zu sehen, wo sich an diesem Abend die anderen Juniorenmannschaften  der Concorden einfanden.

Zu Beginn ließen die Herthaner den Ball sehr gut laufen und kamen durch präzise Chancenauswertung zu zwei Toren. So ging es auch in die Pause. Nach dem Pausentee wurde der Anschlusstreffer für Concordia zum 1:2 erzielt und es keimte es roch nach einer weiteren Sensation. Jedoch ließ der erneute Treffer durch Hertha nur wenige Minuten auf sich warten und der alte Abstand war wieder hergestellt. Zehn Minuten später folgte der erneute Anschlusstreffer zum 2:3 durch Elfmeter, und Hertha wackelte mächtig. Concordia erhöhte den Druck und steckte nie auf und es entwickelte sich ein munterer Schlagabtausch. Nach über 20 Minuten ohne Tore traf erneut Hertha zum 2:4, welcher nur wenige Minuten später auch wieder zum 3:4 verkürzt wurde, was auch das Endergebnis war. In der Nachspielzeit begab sich auch noch der Torwart von Concordia in den Strafraum, um mit Macht die Verlängerung zu erzwingen.  Mit etwas Glück wäre am Donnerstag eine Überraschung möglich gewesen. Am Einsatz hat es jedenfalls nicht gelegen.

Wurst

Nun aber zum Eigentlichen, denn bei uns geht es ja auch um die Wurst. Im Verkauf dort ist eine Bockwurst für 2 Euro, welche in einem großen Topf durch eine mobile Herdplatte erhitzt wird.  Man bestellt die Bockwurst und bekommt Wiener oder  Frankfurter geliefert. Das ist bitter. Als Entschuldigung gab es zu hören,  dass es falsch aufgeschrieben wurde. Dazu wird kostenlos das ach so nette Toastbrot angeboten. Darauf wurde aber  verzichtet, denn es standen vier verschiedene Nudelsalate zur Auswahl, die vermutlich von den Müttern der Jugendlichen gemacht wurden, welche wohl auch für den Verkaufsstand rekrutiert wurden. Die Portion Nudelsalat ist für 1 Euro käuflich zu erwerben. Man wurde gefragt, welchen Nudelsalat man denn zur „Bockwurst“ haben möchte. Anstatt einem wurden alle vier gewählt. Die Nudeln waren  „al dente“,  sämtliche Nudelsalate sehr schmackhaft. Der Senf zur Wurst ist von Aromac. Wer diesen Senf nutzt, kauft die Wiener ein paar Schritte weiter im Kühlregal des Discounters. Außerdem gibt es Ketchup unbekannter Marke . Schade, aber der Verdienst kommt bestimmt der Jugendkasse zu gute, was es etwas verschmerzen lässt.

Punkte für die Wurst? Ich weiß nicht, denn an dem Abend habe ich mich auf Bratwurst eingestellt und Bockwurst, Wiener oder Frankfurter habe ich noch nie beim Fußball gegessen. Zudem weigere ich mich auch über die Kochwurst vom Discounter zu philosophieren, vergebe aber anderthalb Extrapunkte für die hausgemachten Nudelsalate und für die netten Muttis, die mir noch einen Nachschlag angeboten hatten, da die Salatportion zur Wurst kleiner war, als im „freien“ Verkauf ohne Wurst. Auf den Nachschlag wurde jedoch verzichtet.

(1.5/5)

Das alkoholische Kaltgetränk ist ein kleines Warsteiner für 2 Euro, welches vorschriftsgemäß in Kunststoffbecher um gefüllt wird. Alkoholfreie Getränke sind für 50 Cent zu haben. Dort ist die Volumeneinheit allerdings kleiner. Außerdem ist dort Kaffee für 1 Euro zu kaufen.

Links:

A-Jugend-DFB-Pokal

Spielbericht bei Hertha

Autor: M.Dittmann
Datum: Montag, 22. März 2010 12:00 | Dieser Artikel wurde 1,272mal gelesen
Trackback: Trackback-URL Themengebiet: Cordi A-Jugend, Hamburg

Feed zum Beitrag: RSS 2.0 Diesen Artikel kommentieren

Bratwursttests, die diesem Artikel inhaltlich ähnlich sind:

2 Kommentare

  1. 1

    Bockwurst kenn ich noch von Hallenturnieren – die wurden auch damals schon von den Muttis verkauft. Ansonsten aber wohl eher was für Umzugshelfer … Vielleicht mal die Väter ran lassen? Aber wenn man nicht gerade Wurst und Bier will klingt das doch ganz nett … Schöner Bericht

  2. 2

    [...] wurde verzichtet und der Kartoffelsalat zur Wurst bestellt. Die Bockwurst war im Gegensatz zum Cordi-Spiel von vor einer Woche eine echte Bockwurst und wurde aus der Küche aus einem Topf geholt und auf einen Pappteller [...]

Kommentar abgeben