Sonntagsfrühstück im Schanzenkäfig beim VfL Hammonia
geschrieben von M.Dittmann am Sonntag, 28. März 2010 22:57
Sonntagfrüh vor einer Woche ging es in die Schanze, wo in der Bezirkliga Nord das Spiel gegen den SC Poppenbüttel angesetzt war. Gespielt wurde nicht auf dem eigentlichen Vereinsgelände, was in der Nähe des SV Polizei, vorbei an den Gleisen hinter dem Wasserturm, gelegen ist, sondern im Käfig vor dem Schanzenpark. Dieser wurde mit finanzieller Unterstützung des im Wasserturm eingezogenen Hotels von einem Grandplatz in einen Kunstrasen umgewandelt. Der Rasen war wegen des langen Winters noch nicht bespielbar. Genutzt wird die Anlage von zwei Vereinen: Dem schon erwähnten VfL Hammonia und dem SC Sternschanze. Es befinden sich auch zwei Vereinsheime auf dem Gelände. Spielfein machen sich die Sportskameraden jedoch exklusiv im Heim des SC Sternschanze. [...]
Thema: Hamburg, VfL Hammonia | Kommentare (2) | Autor: M.Dittmann
Vor 2,5 Wochen, der Schnee war gerade (das erste Mal) geschmolzen, die Straßenreinigung hatte ihre Initiative gegen den so genannten Winterdreck begonnen und schon keimte in Hamburg das erste Mal nach einem langen, laangen, laaangen Winter wieder die Hoffnung auf Amateurfußball. Endlose Wochen und Monate ohne Bratwurst, Bier und Ballrethorik schienen vorbei. Während Rasenplätze nicht bespielbar waren, stand den ersten Begegnungen auf Kunstrasen nichts im Wege. Der SV Uhlenhorst Adler von 1911 / 25 (kleiner Recherche-Auftrag an die Abteilung „Vereine und Ihre Gründungsjahre“?) verfügt über ein solches Geläuf und zusätzlich über eine kleine Flutlichtanlage. So sah man sich im Stande an diesem denkwürdigen Freitagabend die erste Mannschaft des SC Alstertal-Langenhorn zu empfangen. Natürlich fand sich schnell eine Gruppe interessierter Bratwurstgourmets bzw. Fussballgourmands. Wer allerdings voller Vorfreude im Verlauf des Nachmittags den Himmel oder auch den Wetterbericht beobachtete konnte im Prinzip schon erahnen, dass dieser Tag bzw. Abend nicht der lang ersehnte Auftakt des Frühlings war. Und obwohl es erwartungsgemäß langsam zu schneien begann, sollte es zumindest der Auftakt der Rückrunde für die UH-Adler und auch für fussballwurst.de werden.
Donnerstagabend war das DFB-Pokal-Achtelfinale auf dem Gelände des Hamburger Fußballverbands angesetzt, nachdem es von Dezember bis Februar witterungsbedingt ausfiel. Der Bundesligist Hertha BSC trat mit vier aktuellen Nationalspielern an und war klarer Favorit gegen die letzte im Wettbewerb vertretene Hamburger Mannschaft. Nicht der HSV oder FC St.Pauli, sondern SC Concordia hielt die Fahne der Hansestadt im nationalen Pokalwettbewerb hoch. Nanu. Irgendetwas ist hier doch falsch! Nein, alles hat seine Richtigkeit, denn wir sind heute bei der A-Jugend. Die A-Jugend von Concordia ist in der Regionalliga Nord, die zweithöchste Jugendliga, beheimatet und steht dort im Mittelfeld. 
Da wacht man am Sonntagvormittag auf, mag sich nicht mehr recht umdrehen und ärgert sich, dass ob der üblen Wetterverhältnisse immer noch keine Spiele im Hamburger Amateurbereich ausgetragen werden. Auch das Regionalligagrün muss sich noch durchs Eis kämpfen und der Hamburger SV reist heute ins Rheinland, man selbst jedoch nicht mit. Aber Moment! Es gibt ja noch den wackeren Lokalrivalen, der – Gott segne die DFL – bereits um 13:30 spielt. Das bedeutet, ein Besuch nähme nicht den kompletten Sonntag in Beschlag. Ein Segen für den fussballaffinen Nerd, ein Ärgernis freilich für jeden normalen Fan.
Wie es die Losfee so wollte, verschlug es den sportlich erfolgreichsten unter den Vereinen der Hansestadt Hamburg im Rückspiel der so genannten Zwischenrunde (1/16-Finale) der Europa-League in das beliebte Nachbarland, wo Tulpen, Wohnwagen und halluzigene Rauchwaren so herrlich gedeihen. Zu tun bekam es der HSV mit dem PSV Eindhoven. Bei diesem 1913 gegründeten Verein handelt es sich zwar um eine Werkself (Philips‘ Sport Vereniging), allerdings ist der Club weit entfernt vom eher negativen Image und Flair, welches in Deutschland beispielsweise die Truppen aus Leverkusen und Wolfsburg verbreiten. Was die sportlichen Erfolge angeht ein absoluter Traditionsclub, bleibt man in Punkto Beliebtheit dennoch hinter den ganz Großen der Niederlande etwas zurück. Ajax gegen Feyenoord heißt hier weiterhin der absolute Klassiker in Punkto Interesse und Brisanz.
Bremen – bislang ein weißer Fleck auf der fussballwurst.de-Landkarte. Ein unhaltbarer Zustand, der nun endlich anlässlich des Auswärtsspiels des VfB Stuttgart von 1893 beim sechs Jahre jüngeren Rivalen aus dem Norden behoben werden konnte. Beide Vereine hatten sich vor der Saison am 24. Spieltag sicher einen etwas besseren Tabellenplatz erträumt. Doch auch wenn es sich nun lediglich um ein Duell zweier Clubs im oberen Tabellenmittelfeld handelte, versprühte die Partie bereits im Vorfeld ihren Reiz. Was sicher nicht zuletzt an einer Reihe von legendären Spielen zwischen beiden Vereinen in der jüngeren Vergangenheit liegt – unvergessen etwa ein 4:4 (Saison 2003/04, 26. Spieltag) mit drei Bordon-Treffern oder auch ein 6:3-Sieg der Stuttgarter vor zwei Jahren (Saison 2007/08, 23. Spieltag). Der 2:0-Auswärtssieg der Bremer in der Hinrunde war so auch seit 2006 das erste Aufeinandertreffen der beiden Clubs, in dem nicht vier oder mehr Tore fielen. Und auch das Spielermaterial auf beiden Seiten ließ ja durchaus Hoffnungen auf ein interessanteres Bundesligaspiel zu. In den Toren etwa die wohl umstrittensten beiden deutschen Keeper, die jedoch unumstritten auch die unterhaltsamsten in der Liga sind. Vorne Claudio Pizzaro und der frisch gewählte Fußballer des Monats Februar, Helmuth Cacau, die sich beide zuletzt sehr treffsicher zeigten. 


