HSV gegen VfL Wolfsburg – Picknick im Volkspark

hsv

Dass die Arena im Volkspark keine Wurstpilgerstätte ist haben wir schon mehrfach festgestellt. Ob auf der Tribüne oder in der VIP-Loge, es war immer enttäuschend. Das hält uns selbstverständlich nicht davon ab trotzdem hinzugehen. Es ist schließlich unser HSV und satt essen kann man sich auch vor dem Spiel. Wenn am Spieltag die Pfandpiraten ihre Einkaufswagen in Position bringen und die Polizei ihre Helme poliert, gehen im ganzen Volkspark die Grills an. An kleinen Buden kann man sich dann mit Wurst, Bier und Fachgesprächen auf das Spiel einstimmen. Und wenn es in Hamburg um Fussball und Wurst geht sind wir nicht weit. Also haben wir vor dem Spiel des HSV gegen den Ex-Meister aus Wolfsburg im Stellinger Shuttle-Imbiss den ersten Wursttest außerhalb eines Sportplatzes durchgeführt.

Ein Bundesliga-Heimspiel am Freitagabend – vielleicht eine der schönsten Arten ins Wochenende zu starten. Morgens gleich mit der Stadiontasche (Schal, Mütze, Jacke die nicht nach Haupttribüne aussieht und natürlich langer Elli) ins Büro. Tagsüber die Aufstellung diskutieren, ein paar Witze über den hochkarätigen Gästetrainer zurechtlegen und die Pläne zur Anreise abstimmen. Treffpunkt:  Wie immer Shuttle Imbiss. Spätestens Mittags steht der Plan: Um 18 Uhr los. Erster Zwischenstop ist eine kleine Kneipe in der Nähe vom Hauptbahnhof. Hier feiern Krawattentragende Pauli-Anhänger gerade einen weiteren Auswärtssieg und träumen davon, nächstes Jahr mal wieder gegen die großen Jungs verlieren zu dürfen. Wir geben eine Karte ab, tauschen ein paar Nettigkeiten aus, trinken ein erstes schnelles Bier und dann ab in die Bahn.

In Stellingen angekommen warten schon die Autofahrer aus dem hohen Norden. Doch bevor wir den langen Marsch durch den tief verschneiten Volkspark antreten geht‘s an die Futterluken des Shuttle Imbiss. Die kleine Bude liegt direkt am S-Bahnhof Stellingen neben dem Eingang zur Gleisunterführung. Drumherum ergibt sich durch diverse aneinander geflickte Zelte, Tische und Bänke eine gemütliche Ecke mit Kneipenatmosphäre. Es ist immer voll aber dank der beeindruckenden vier (!) Kassen kommt jeder deutlich schneller dran als man denkt – schneller als an den großen Ständen in der Arena allemal.Wurst Das Angebot ist klassisch: Wurst in jeder Form, Bier (Goldstange und Bremer Bräu), Brause und Schnaps. Und ab und zu gibt es sogar Fritten. Die Preise liegen etwas über dem durchschnittlichen Imbissniveau aber deutlich unter dem in der Arena. Obwohl die Currywurst Kassenschlager ist entscheide ich mich, aus Gründen der Vergleichbarkeit, für die Bratwurst. Weil heute Frittentag ist gibt zum SB-Toastbrot heute noch eine warme Beilage. Ein schönes kaltes Holsten komplettiert das Sparmenü für ca.  7 Euro. Die Wurst ist laut Pappe aus dem Hause Salzbrenner und schmeckt auch so. Sie hat ohne Frage die richtige Bräune (die man auf Nachfrage auch selbst bestimmen kann) und schmeckt auch nicht schlecht. Aber sie kommt eben leider doch aus der Fabrik und aus der Pfanne. Wegen der freundlichen Leute vom Shuttle Imbiss, und weil die Fitten sehr lecker und heiß sind, ist der Besuch im Shuttle-Imbiss absolut ritual-tauglich. Unterm Strich bleiben 3 Sterne.

(3/5)

Frisch gestärkt geht‘s durch den Tunnel in den Wald und ab ins Stadion. Im Block angekommen leuchtet uns das Geläuf in einem beeindruckend satten Grün an. Die ebenfalls in grün spielenden Gäste scheint das jedoch nicht zu beflügeln. Der HSV macht das Spiel und die Wölfe versuchen sich im verhindern. Gerade als man den Deutschen Meister gedanklich wieder in die Kategorie Bundesligamittelmaß einordnet, beweist ein langer Ball auf Edin Dzeko, dass zumindest der Sturm der Gäste noch immer Klasse hat. Vom plötzlichen Rückstand aufgeschreckt wird dann auch schnell klar, dass man das vom HSV-Sturm leider nicht uneingeschränkt behaupten kann. Chancen für 10 Tore ohne Erfolg – was sich wohl Herr van Nistelrooy auf der Tribüne gedacht hat? Der Fussballgott jedenfalls dachte sich in allerletzter Minute: „Was macht eigentlich mein alter Freund Trochowski?“ und schenkte all denen die bis zum Schlusspfiff ausgeharrt hatten einen versöhnlichen Abschluss eines packenden Fussballabends. Wenn man dann gegen halb elf das Stadion verlässt und das Wochenende vor einem liegt ist klar: Es gibt keinen besseren Weg ins Wochenende zu starten! Außer gewinnen natürlich …

Das Tor in der Schlußminute durch Freistoß von Trochowski aus 22A


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Spielbericht bei Kicker

Autor: S.Beyer
Datum: Sonntag, 31. Januar 2010 17:51 | Dieser Artikel wurde 1,989mal gelesen
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2 Kommentare

  1. 1

    Kann dem Kollegen Beyer nur beipflichten. Als Teil der Autofahrerfraktion aus Südskandinavien waren wir deutlich früher als erwartet an der S-Bahn Stellingen. Bei dem bereits dritten Schnee-Heimspiel der Saison (gab´s das schon einmal???) kann man ja nicht früh genug losfahren.
    Aus der Industriewurst wurde das Maximum herausgeholt. Mehr geht da wohl leider dann aber nicht mehr. Mit einer guten Wurst vom örtlichen Fleischer müssten hier fast Top-Bewertungen möglich sein.
    Die Pommes jedenfalls konnten dieses Niveau erreichen. Solche Pommes bei der Burger-Kette mit den goldenen Bögen – der dortige Umsatz würde explodieren.

    NUR DER HSV!

  2. 2

    [...] wurde diesmal die Fanmeile, welche nach dem Shuttle Grill die zweite Stadion nach dem Tunnel auf dem Fußweg zum Stadion ist. Dort wird das Fleisch mit [...]

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