Testspiel-Wursttest bei St.Pauli

120px-logo_fc_st_paulisvg

Gar nicht so einfach für einen Fußballwurst-Blog, die spielfreie Zeit zu überbrücken. In der Bundesliga geht es ja erst am kommenden Wochenende, in der Hamburger Oberliga sogar erst Mitte Februar wieder los. Man behilft sich mit Hallenturnieren oder besucht das Testspiel zwischen dem FC St.Pauli und Schalke 04 am Millerntor. (Und man eröffnet das Grilljahr auf ganz besondere Art und Weise. Dazu aber erst im Laufe des Monats mehr.) Fußballerisch konnte St.Pauli heute überzeugen. Doch wie sieht es mit der Wurst aus? Wir überprüfen, ob die Wurst auf der Südtribüne ihr gutes Niveau gehalten hat.

CIMG1510

Es ist schweinekalt an diesem 10. Januar 2010 und seit zwei Wochen schneit es durchgehend. Gut, dass es Nylonstrumpfhosen gibt. Das Millerntor-Stadion ist dank der Rasenheizung aber bespielbar, sodass die fussballwurst.de-Mannschaft und weitere gut 18.000 Zuschauer dieser nicht ganz alltäglichen Partie beiwohnen können. Das Millerntor-Stadion hat derzeit nur drei Bühnen, da die Westtribüne im Rahmen des Komplettumbaus dem Erdboden gleichgemacht wurde. Bis 2014 soll der Umbau abgeschlossen sein und dem Stadion eine Kapazität von 27.000 Zuschauern verleihen. Bis es soweit ist, stellt das Wirtschaftsgymnasium St. Pauli in seinen Räumlichkeiten freundlicherweise VIP-Plätze bereit.

Ich betrete das Stadion nach dem unerfreulichen Vorfall in der Sporthalle Hamburg leicht reserviert, was sich aber schnell legt. Die Atmosphäre ist gut und friedlich. Und die paar Schneebälle auf Manuel Neuer werden ja wohl erlaubt sein! In der ersten Hälfte geschieht fußballerisch nicht viel, insbesondere von Seiten des FC Schalke. Ein müder Kick mit anscheinend lustlosen Schalkern. Davon, dass dieser Club in der Bundesliga oben mitspielt, ist nichts zu sehen. Dafür spielt St.Pauli ein munteres Spiel, kann gegen die Schalker Abwehr aber zunächst einmal wenig ausrichten. Nach etwa 30 Minuten kommen die Schalker dann besser ins Spiel und zu Chancen. Begeistern kann das alles nicht.

CIMG1512Gehen wir mal lieber zur Wurst über. Bereits in der vergangenen Saison konnten wir uns von der guten Qualität der Phosphatstangen auf Haupt- und Südtribüne überzeugen. Mal schauen, ob die Brater des FC an diese durchaus respektable Leistung anschließen können. Kurz vor Ende der ersten Halbzeit gehe ich, das Spiel scheint vor der Pause nicht mehr viel bereit zuhalten, die Treppe der Südtribüne zum Wurststand hinauf. Es werden eine Bratwurst für 2,50 Euro und ein halber Liter Schwip Schwap für 3,00 Euro geordert. Bierkonsum ist bei mir heute aus technischen Gründen nicht möglich. Daneben gibt es noch Currywurst und Krakauer für ebenfalls 2,50 Euro. Lauter Jubel und der „Song 2“ von Blur verraten mir, dass ich das erste Tor der Partie (38.) verpasst habe. Zumindest komme ich schnell an mein Testobjekt, da alle anderen schlauerweise auf den Rängen geblieben sind. Die Wurst stammt von Salzbrenner und wird zusammen mit einem äußerst kleinen Stück Brot überreicht. Dazu gibt es Senf der Marke „Vierlande“ aus der Flasche. Der optische Eindruck der Wurst enttäuscht direkt: Die ziemlich dünne Wurst ist sehr fettig und reichlich blass. Anscheinend wurde sie nur einmal kurz über die Bratfläche gerollt. Der erste Biss bestätigt den Befund, denn die Wurst ist nicht heiß und auch nicht wirklich ‚durch‘. Wobei ein Garen bei der vorgebrühten Wurst natürlich auch nicht nötig ist, was eine ordentliche Grillung aber nicht überflüssig macht. Unter dem Strich haben wir es hier mit einer unzureichend erhitzten Salzbrenner-Wurst zu tun, die gut gegrillt ja durchaus schmecken kann. Dafür können nicht mehr als 2 von 5 Sternen herausspringen. Meine Begleiter weisen darauf hin, dass auch der Glühwein nur lauwarm ist. So geht das nicht, werter FC St.Pauli!

(2.0/5)

Kopie von CIMG1522Besser als die Wurst gefällt mir da schon die zweite Halbzeit. St.Pauli hat inzwischen acht der elf Startspieler ausgewechselt, was dem Spiel der Mannschaft aber nicht schadet. Hier und da wird sogar regelrecht gezaubert. Schon in der 48. Minute erzielt Hennings das Tor zum Endstand von 2:0. Ein Tor wird in der 62. Minut wegen Abseitsstellung aberkannt. Blur wird schnell wieder ausgeschaltet. Besonders schön auch der Lupfer von Pichinot in der 72. Minute, der sich den Ball selbst vorlegt und dann per Kopf knapp verfehlt. Der Spieler des Tages wird dann in derselben Minute umjubelt eingewechselt: Es handelt sich um Gerald Asamoah. Damit reagiert Felix Magath, der zwischenzeitlich in seiner Coaching-Zone ausrastet, völlig zu Recht auf die Gesänge der Pauli-Fans („Ohne Gerald habt ihr keine Chance“). Nun ja, nicht völlig zu Recht: Schalke hat auch mit Asamoah keine Chance. So richtig viel macht Gerald außer einem verunglückten Torschuss nicht, aber das ist ja nicht so wichtig. Der eine oder andere mag den Menschen mit dem roten Rucksack am Spielfeldrand bemerkt haben. Ein Defibrillator (Warum kennt Word dieses Wort nicht? Ich fass‘ es nicht…) muss für Asamoah ständig bereitgehalten werden, da seine Herzkrankheit ein gewisses Risiko für ihn darstellt. Nach Ende des Spiels wird Asamoah dann auch noch mal kräftig abgefeiert. Vermutlich hätten die Paulianer auch über ein Tor von ihm gejubelt. Bei der Wurst gab es heute leider nichts zu jubeln, da besteht Aufwärtspotenzial! Ich wüsste mal gerne, welche Auswirkungen ein Stromstoß aus dem Defibrillator auf eine Bratwurst hat… Da muss fussballwurst.de noch Grundlagenforschung leisten.

Autor: M.Turski
Datum: Montag, 11. Januar 2010 19:34 | Dieser Artikel wurde 1,798mal gelesen
Trackback: Trackback-URL Themengebiet: FC St. Pauli, Hamburg

Feed zum Beitrag: RSS 2.0 Diesen Artikel kommentieren

Bratwursttests, die diesem Artikel inhaltlich ähnlich sind:

7 Kommentare

  1. 1

    …Es ist schweinekalt an diesem 04. Januar 2010 und seit…

    wenn ich Gestern keine Aufzeichnung im TV gesehen habe, war das Spiel doch am 10. Januar, oder?

  2. 2

    Völlig richtig, danke für den Hinweis!

  3. 3

    Ui, du traust dich was!
    Ach ja, dem Gerald seine Herzprobleme hab ich ganz vergessen.

    @ Guennesack: Richtig. Spiel fand gestern statt. Ich hab´s auch im Fernsehen gesehen.

  4. 4

    Schöner Bericht. Hab nur drei Fragen: 1. Was hat das mit dem designierten neuen HSV-Stürmer Asmussen auf sich? 2. Was verlangt der Spaß-Club vom Hafen für ne Runde Winterpausen-Entertainment? 3. Schwipp-Schwapp bei -3 Grad Celsius – was hast Du denn Samstag Abend gemacht?!!! ;-)

  5. 5

    Das mit dem Schwipp-Schwapp finde ich auch spannend ….

  6. 6

    Der schon euphemistisch als „lauwarm“ bezeichnete „Glühwein“ entpuppte sich leider als nahezu kalter Kinderpunsch und erfüllte daher nicht seinen Zweck… Dein Einsatz sollte echt noch mal gewürdigt werden: Du hast immerhin vor Ende der 1. Halbzeit die Tribüne verlassen, um einen Wursttest zu machen.

  7. 7

    Nun ja, meine Bierkapazität hatte ich schon am Vorabend ausgelastet. Was mit Asmussen geht weiß ich nicht, wohl aber, dass der FC ermäßigt 5 Euro und normal 8 Euro für das Spiel nahm.

Kommentar abgeben