Pornöse Abseitswurst beim Niendorfer TSV

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Heute berichten wir vom Auswärtsspiel des AFC beim Tabellensiebten Niendorfer TSV in der Hamburger Oberliga. Nach der Niederlage des Spitzenreiters Victoria am Freitag gegen Buchholz 08 hat Altona 93 heute ab 14 Uhr die Chance, den Abstand auf nur vier Punkte zu verkürzen. Wird zu viel verraten wenn ich vorausschicke, dass bei unserem Besuch die schwache Leistung des Linienrichters, das parallel stattfindende Spiel der Niendorfer Frauenmannschaft gegen die Unionitas von Union 03, der Nachname eines Niendorfer Spielers sowie das Stadion-Magazin des TSV noch am interessantesten waren? Darüber soll in diesem Bericht aber nicht die Hauptsache vergessen werden, denn beim Fußball geht es bekanntlich primär um die Wurst.

Um es kurz zu sagen: Das Spiel war Schrott. Nach dem sehr guten Auftritt gegen Vicky im heimischen Wohnzimmer hatte ich eigentlich eine klare Ansage an Victoria in Form eines Siegens gegen Niendorf erwartet. Stattdessen steht der TSVer Führung nach wenigen Minuten nur der 93-Pfosten im Weg (Mir fällt gerade auf, dass ein Torpfosten ungefähr 93 Zoll hoch ist. Interessant, nicht wahr?) und es gibt noch zwei oder drei wirklich gute Torchancen für den TSV. Beim AFC geht nach vorne hingegen nicht viel und so fällt in der 28. Minute das verdiente 1:0 für den NTSV, das auch den Halbzeitstand markiert. Auffälligster Mann auf dem Platz ist der Abseitsautomat Linienrichter, der die Fahne gar nicht mehr runter kriegt. Ich habe anscheinend nicht mitbekommen, dass die Abseitsregel jetzt in jeder beliebigen Spielsituation anwendbar ist.

4086303969_7c05745573Während der Halbzeitpause wird dann die Wurst getestet. Diese stammt, und das haben wir schon aus der Ferne registriert, von Salzbrenner. Am Wurstwagen werden Bratwurst, Schinkenwurst und Currywurst für jeweils 2,00 Euro unters Volk gebracht. Zwar ist im Wurstwagen auch ein Grill installiert, der wird aber nicht genutzt. Die Würste brutzeln dagegen in einer großen, großzügig mit Öl gefüllten, Pfanne vor sich hin. Das geliebte Kohlearoma fällt aus diesem Grund weg und wird durch einen Fritteusentouch ersetzt. Die Wurst liegt dementsprechend reichlich ölig auf der Wurstpappe. Der Senf wird in einem kleinen Topf dargeboten und per Löffel zöllig auf die Wurstpappe aufgetragen. Toastbrotdreiecke liegen neben den Servietten unabgedeckt aus. Von der Bratwurst bin ich weniger überzeugt, obwohl sie optisch zunächst einen wirklich guten Eindruck macht. Es ist und bleibt eine Wurst aus industrieller Großproduktion, ohne Charakter. Während der zweiten Halbzeit wird dann aus Langeweile noch eine Schinkenwurst hinterher geschoben. Auch sie bleibt geschmacklich hinter den durch die Optik induzierten Erwartungen zurück. Sie ist aber schon kross, und das gefällt. Nicht unerwähnt darf die Bierausgabe bleiben, wo Astra in Gemäße der Größe 0,3l und 0,5l gezapft wird. Dies allerdings zum stolzen Preis von 2,50 Euro respektive 3,50 Euro, daher kann das Bier die Wurstbewertung nicht positiv beeinflussen. Mit viel Wohlwollen erhalten die Niendorfer Würste noch drei von fünf möglichen Punkten.

(3.0/5)

4087055540_1862f9519aZurück zum Spiel, das in der zweiten Halbzeit sicherlich nicht besser wird. Bei Altona läuft nicht viel zusammen, sodass man sich ruhigen Gewissens mit der Niendorfer Stadionzeitung beschäftigen kann. Hier ist das Highlight ein Interview mit der Niendorfer Mittelfeldkraft Mathias Pornhagen. Ein Spieler, der sich nicht nur durch seinen langen Namen, sondern auch seine Sympathie für TSV-Manager Marcus Scholz auszeichnet. Auch die Stadionzeitung zeichnet sich aus, und zwar durch ihren Fehlerquotienten. Dem Titelblatt können wir entnehmen, dass das heutige Spiel um 15 Uhr gegen einen gewissen FC Altona 93 ausgetragen wird. Kennt irgendjemand diesen Verein? Da muss eine Verwechselung mit dem Altonaer FC von 1893 vorliegen. Und kennt jemand Thomas Seligere (sic!)? Liegt Niendorf in einer eigenen Zeitzone? Für Hinweise sind wir dankbar.

Irgendwann haben wir die Nase voll vom Spiel und begeben uns auf den anliegenden Kunstrasenplatz, auf dem die Niendorfer Frauenmannschaft die Mädels von Union 03 empfängt. Dieses Spiel, dessen letzte Viertelstunde wir uns ansehen, halten wir für, nun ja, attraktiver. Aufmerksame Leser werden sich an die Wurstpleite beim SC Union 03 erinnern. Am Ende steht es nach einem Weitschuss aus rund 30 Metern 1:0 für die Unionitas. Aus der Ferne hören wir, dass Niendorf in der 78. Minute endlich Mathias Pornhagen bringt. Zehn Minuten später dann der Jubel der Altonaer Anhänger, der uns den Anschlusstreffer signalisiert. Zumindest geht das Team um Thomas Seligere Seeliger doch mit einem Punkt vom Platz.

Altona 93

Niendorfer TSV

Spielbericht bei hafo.de

Autor: M.Turski
Datum: Sonntag, 8. November 2009 21:28 | Dieser Artikel wurde 1,481mal gelesen
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4 Kommentare

  1. 1

    Schön Bericht und auch der Seitenhieb auf die Stadionzeitung. Ich wäre auch gerne so schnell mit dem Schreiben. Hab noch meinen von vor zwei Wochen vom Spitzenspiel ETV gegen Germania Schnelsen ausstehen.

  2. 2

    Ich war ja nicht beim Spiel – aber es ist ein witziger Bericht. Und es war dann noch ein sehr witziger Abend ;-))

  3. 3

    Hallo!
    Kurz vorm folgenden Aufeinandertreffenhier mal gestöbert und,was soll ich sagen,witizg ist anders! Egal,bis zum nächsten Anschlusstreffer der dann einen Punkt bringt!
    Und bevor ich es vergesse,viel Spass mit dem Hobbyoligarchen Spethmann,er wird dem AFC wieder Leben bringen,so das man auch wieder weiß wie der Club richtig heißt!

  4. 4

    Wir wollten doch als update anmerken, dass sich die Wurst etwas verbessert hat, oder war das nur meine subjektive, hungrige Meinung? Einen halben Punkt mehr würde ich heute geben.

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