Ostseewurst beim Eckernförder SV

eckernfoerdersvSonntagnachmittag und Sonnenschein: Eine ideale Kombination, um einmal spontan die Grillgut-Qualität in der Schleswig-Holstein-Liga genauer unter die Lupe zu nehmen. Als Testort wurde dazu die Heimspielstätte des Eckernförder SV am Bystedtredder ausgewählt; hier trifft der Eckernförder SV heute in seinem Punktspiel auf einen Aufsteiger aus der Verbandsliga, und zwar auf Weiche Flensburg.

Der Sportplatz entspricht dem, was man in Norddeutschland genau so auch erwartet hätte: Ein gepflegter Rasenplatz, mehrere Nebenplätze, Vereinsheim und Umkleidekabinen befinden sich angrenzend im Nebengebäude. Die Zuschauer (heute sind es nach unserer Schätzung ca. 200) tummeln sich entweder auf den „Naturtribünen“, in der eigens eingerichteten Pressetribüne oder rund ums Grün hinter den Werbebanden der lokalen Wirtschaftsunternehmen und führen intensive Dialoge mit den Linienrichtern („Was habt ihr denn da gepfiffen?“ – „Der war aus!“ – „Und das hast du von da gesehen?!?“). Aber die gemütliche Sportanlage in gutem Zustand gleich als „Arena“ zu bezeichnen? Da wurde wohl der ein oder andere Sponsor oder Verantwortliche im Verein mit dem Größenwahn-Virus infiziert…

Zum Spiel: In der ersten Halbzeit kommt Eckernförde ein paar Mal nach Standardsituationen gefährlich vor das Flensburger Tor, auf der anderen Seite rettet der Eckernförder Torwart mehrfach mit klasse Reflexen die „Null“ in die Pause. Nach dem Wiederanpfiff geht Flensburg nach einem Sonntagsschuss aus gefühlten 20 Metern zu diesem Zeitpunkt wohl auch verdient in Führung. In der letzten Viertelstunde dreht Eckernförde dann noch einmal richtig auf und kommt zum Ausgleich, verliert einen Spieler nach Gelb-Roter Karte und dreht im Anschluss daran das Spiel mit zehn Mann. Am Ende heißt es 3:1 für die Heimmannschaft – Eckernförde kann sich in der Tabelle ins gesicherte Mittelfeld absetzen, Flensburg orientiert sich hingegen wieder etwas weiter nach unten.

Der Wursttest fand in der Halbzeitpause statt. In einer Verkaufshütte unweit des Vereinsheims werden Thüringer vom Gasgrill für 1,50 Euro angeboten (Kampfpreis in der SH-Liga? Weitere Tests bei den Ligakonkurrenten sollen im Sinne eines aussagekräftigen Benchmarkings folgen!). Holsten und Jever aus der 0,33 l-Flasche kosten 2,00 Euro. Umständlicherweise wird das Bier vom freundlichen Fachpersonal von der umweltfreundlichen Mehrwegflasche in nicht so umweltfreundliche, kalt ausgespülte Einwegbecher umgefüllt und beides an den Kunden ausgehändigt. Wer dazu dann noch eine Wurst ordert, wünscht sich wohl für den Transport eine dritte Hand… Kaltgetränke, die nicht wirklich kalt sind, kosten ebenfalls 2,00 Euro und werden ebenfalls im Einwegbecher gereicht. Bei der Getränkeversorgung besteht eindeutig noch Optimierungsbedarf, die angebotene Auswahl an Speisen und Getränken ist gemessen an der Zuschauerzahl völlig ausreichend. Die Wurst wird auf der „Wurstpappe Standard 8 x 18 cm mit Abriss 3 cm“ serviert, der obligatorische Senf kommt aus einem Spender zum Selberzapfen. Auch Ketchup steht in der Hela-Quetschflasche bereit, allerdings unbeachtet etwas abseits, und das ist auch gut so. Zur Wurst gehört Senf. Punkt.

Das dargereichte Grillgut macht optisch einen sehr guten Eindruck, geschmacklich wirkt die Wurst aber etwas „übergrillt“, ist grundsätzlich dennoch lecker. Die Herkunft der Wurst kann nicht genau ermittelt werden, mutmaßlich handelt es sich – einen kurzen Blick auf die Verpackung konnten wir erhaschen – jedoch um keine „industrielle Massenware“. Aber was gar nicht geht: Man reicht zur Wurst pappige Baguettestangen, diese werden aufgebacken, in Scheiben geschnitten und kalt serviert. Klarer Punktabzug! Denn: Eckernförde profitiert von der Bäderregelung Schleswig-Holstein, d.h. der Einzelhandel darf die Geschäfte auch an Sonn- und Feiertagen öffnen. Und unsere Erfahrung hat bereits gezeigt, dass daher auch am Sonntag das ein oder andere leckere Backwerk die örtlichen Backstuben verlässt. Ergo: Warum versorgt der Eckernförder SV sich und seine Zuschauer an Heimspieltagen nicht mit leckeren frischen Brötchen?

In Summe erhält die Bratwurst gute 3 von 5 Sternen, wobei sich insbesondere der Kampfpreis von 1,50 Euro positiv in der Bewertung niederschlägt. Abzüge gibt es für den überschrittenen Grillpunkt sowie das pappige Brot. Wir sind gespannt – weitere Wursttests in der Schleswig-Holstein-Liga werden zeigen, wo die Wurst des Eckernförder SV preislich und geschmacklich einordnen lässt.

(3/5)

Wir kommen gerne wieder – und, liebe Eckernförder, wenn ihr dann für uns den verwahrlosten Holzkohleschwenkgrill reaktiviert, den wir in der Nähe eures Vereinsheims entdeckt haben, bringen wir auch frische Brötchen mit. Versprochen!

Autor: H.Peters
Datum: Sonntag, 27. September 2009 18:54 | Dieser Artikel wurde 1,107mal gelesen
Trackback: Trackback-URL Themengebiet: Deutschlandweit, Eckernförder SV

Feed zum Beitrag: RSS 2.0 Diesen Artikel kommentieren

Bratwursttests, die diesem Artikel inhaltlich ähnlich sind:

Ein Kommentar

  1. 1

    Schöner Seitenhieb Richtung dem Verzehrmonoplist, wegen den Brötchen.

    Die Wurst kostet meiner Meinung nach 1,50 €, da Vereinsmitglieder ehrenamtlich das Fleisch verbrennen.

    Weiche Flensburg. Super Name für einen Verein. Ich würde den Wursttest bei einem Pflichtspiel gegen Anker Wismar machen wollen. Dies ist ab der Regionalliga möglich.
    Weiche steht im Moment auf einen Abstiegsplatz in der fünften Liga, während Anker in Moment in die Fünfte aufsteigen würde.
    Feste Daumen. Im Moment schaut es ja nicht danach aus.

    Ach ja. Die Bilder von der Geo-Wurst hat das schwarze Loch wieder freigegeben.

Kommentar abgeben