Die Doppelwurst beim FC Gerolzhofen

fc-geoMittwochabend ging es zum Erstrundenspiel des Oddset-Pokals auf bayerischer Verbandsebene zum Spiel FC Gerolzhofen (FC GEO) gegen FC Schweinfurt 05 (die Schnüdel). Während der FC GEO als Kreispokalsieger sich für die Verbandsebene qualifizierte, stiegen die Schnüdel als Landesligist erst jetzt in den Wettbewerb ein. Der FC GEO ist in der Bezirksoberliga Unterfranken angesiedelt, wo er im Moment noch gegen den Abstieg kämpft, während die Schnüdel eine Liga höher in der Landesliga Nord standesgemäß nach dem unnötigen Abstieg aus der Bayernliga um den Aufstieg kämpfen.

Wenn wir bei einem Pokalspiel anwesend sind ist es auch immer ein Doppelwurstspiel für die Heimmannschaft, denn es geht für sie um den Einzug in die nächste Runde und um eine Bewertung der Bewirtungssituation.

Ausgetragen wurde das Spiel beim in der BOL angesiedelten FC Geo, welcher im Steigerwaldstadion spielt. Gerolzhofen liegt am Fuße des Steigerwaldes, welcher der Spielstätte auch seinen Namen gibt. Warum aber der FC Erfurt seine Spielstätte auch Steigerwaldstadion nennt, weiß ich nicht, denn Erfurt liegt ja näher am Thüringer Wald. Der Steigerwald ist weit weg von Erfurt. Bleibt nur zu hoffen, dass der SV Wehen oder ein anderer Drittligist nicht zu einem Pflichtspiel in Gerolzhofen antreten will.

Der SV Wehen – Wiesbaden ist in der Saison schon mal falsch gefahren und zwar zum Auswärtsspiel in Heidenheim. Der Bus steuerte zuerst das mittelfränkische Heidenheim im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen an, wo der heimische TSV in der Kreisklasse Jura Mitte kickt und nicht jenes an der Brenz, wo der 1.FC Heidenheim in der dritten Liga als Aufsteiger um Punkte kämpft. Die Wehener kamen trotz des Umweges noch rechtzeitig an und holten ihren ersten Auswärtsdreier. Ähnlich erging es Clubfans in der letzen Saison, welche zum Auswärtsspiel nach Ahlen beim LR in Westfalen wollten, aber im schwäbischen Aalen rauskamen. Da spielt ja bekanntlich der VfR.

Den Vogel schoss aber ein ehemaliger Schnüdelspieler ab, welcher nach dem Aufstieg aus der Regionalliga den FC Schweinfurt 05 in Richtung eines etablierten Zweitligsten wechseln wollte und dann wieder in der Regionalliga Süd für den VfR Aalen auf Punktejagd ging. Jener wollte eben zum LR Ahlen und nicht zum VfR Aalen. Der Name des Spielers, welchem der Fehler unterlaufen ist, ist auch beim FC St.Pauli bekannt, denn da spielte er nämlich dann doch schlussendlich mal in der zweiten Liga. Es war Festus Agu. Mit einem guten Spielberater wäre das nicht passiert. Sein Trainer in Schweinfurt war damals Djuradj Vasic, der auch mal beim SV Wehen, noch ohne den Zusatz Bindestrich Wiesbaden, aktiv war. Man sieht, dass es passieren kann und wenn wird die lokale Presse aus Schweinfurt bestimmt mal über einen solchen Fauxpas beim Steigerwaldstadion berichten.

Das Steigerwaldstadion ist mit drei Naturtribünen ausgestattet. Hinter den beiden Toren sind sehr steile Rundungen. An der Gegengerade und an Teilen der Haupttribüne befinden sich durch Betonsteine begrenzte Rasenstufen. Der Rest der Haupttribüne ist überdacht und besteht aus Fertigsegmenten, welche ans Sportheim anschließen. Dort finden sich auch die GEO-Ultras in einer Ecke. Leider ist eine 400-Meter-Bahn aus Grand zwischen den Zuschauern und dem Spielfeld.

Da die Schüdelanhänger als Problemfans in der Region gesehen werden, waren reichlich Vertreter der Exekutiven in Grün und in Zivil anwesend, welche aber an jenem altweibersommerlichen Abend beschäftigungslos blieben.

Das Spiel gewann der FC GEO durch ein Tor in der fünften Minute mit 1:0 und das zu Recht, denn die Schnüdel scheiterten entweder am eigenen Unvermögen, an der Betonabwehr oder „schussendlich“ am starken Torwart des FC Gerolzhofen. Somit zog der Underdog in die zweite Runde des „Bayern-Pokals“ ein und kann weiterhin von der Qualifikation für den DFB-Pokal 2011 träumen.

Nachdem der FC Gerolzhofen auf dem Platz das Maximale herausgeholt hat, wende ich mich nun der Bewirtungssituation zu. Im Steigerwaldstadion waren beim Pokalspiel drei Stände zu finden. Von allen ist das Spiel gut zu sehen. Einer war als Multistand am Ende der Gegengerade im Einsatz, dort war der Getränke- und Essensverkauf zusammengelegt. Eigentlich müsste es ja Wurstverkauf und nicht Essensverkauf heißen, denn es ist nur Bratwurst zum Verzehr im Angebot. Die werden dort mit Gas über einem Rost zubereitet und sind für unschlagbar günstige 1,50 Euro mit einem leckeren Brötchen zu haben, welches allerdings wie üblich vorgeschnitten ist. Senf der Marke Unbekannt gibt es in einem Eimer. Der Senf wird mit einem Löffel zwischen Brötchen und Leckerschmecker positioniert.

Da es sich um ein zaunfreies Fußballvergnügen handelt, kann man einmal ums Rund gehen und kommt dann zur zweiten Verkaufszone, welche sich am Haupteingang befindet. Dort ist allerdings Getränke- und Wurstverkauf getrennt. In einem Provisorium werden dort die Getränke verkauft. Alle antialkoholischen Getränke mit Geschmack kosten 1,50 Euro und werden in einem Halbliterkunststoffbecher verkauft, welcher auch mit 50 Cent Pfand beaufschlagt ist. Das Wasser ist für 1,00 Euro erhältlich, Krautheimer Bier kostet 2,00 Euro und wird im gleichem Gebinde verkauft. Positiv fällt auf, dass die Kunststoffbecher nirgends rumfliegen, sondern immer abgeben werden.

geowurstDer zweite Grill ist in einer Holzhütte untergebracht. Dort wird, im Gegensatz zum Gegengeradengrill, die Wurst in einer Pfanne gegart. Den Stand bevorzuge ich, denn im Gegensatz zum sterilen Rost bekommt man in der Pfanne den Geschmack der darin schon zubereiten Bratwürste noch mit. Eine auf Holzkohle zubereite Bratwurst sucht man jedoch vergebens. Senf ist auch dort im Eimer, welchen man sich mit dem Löffel auf die Wurst und das rösche Brötchen schmiert.

Der Service an beiden Ständen ist freundlich. Es wird dem Genießer überlassen, den Verbrennungsgrad des Gebräts zu bestimmen. Zu Wartezeiten kam es nicht, da nicht in der Halbzeitpause verzehrt wurde.

Wegen des fehlenden Holzkohlegrills und des Senfeimers gibt es leichte Abzüge eines sonst wirklich perfekten Fußballwursterlebnisses.

(4.5/5)

Links:

FC 1917 Gerolzhofen e.V

Bilder vom FC Gerolzhofen

Spielberich aus der Mainpost

Spielbericht auf www.swex.de

Autor: M.Dittmann
Datum: Samstag, 26. September 2009 18:42 | Dieser Artikel wurde 2,184mal gelesen
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9 Kommentare

  1. 1

    Verdammt. Mit den eigenen Bildern hat es nicht hingehauen. Sollten die noch auftauchen, werden diese selbstverstänlich nachgeliefert.

  2. 2

    Schon wieder verschwundene Bratwurst-Fotos? Diese schwarzen Löcher sind ja überall…
    Danke für den kleinen Exkurs zu den örtlichen Verwechslungen á la Aalen und Ahlen!

  3. 3

    Ja leider. Neben dem schwarem Loch im Zentrum der Milchstraße, welches Licht und Sterne verzehrt, gibt es wohl auch eins zwischen Unterhaching und Gerolzhofen. Die Leibspeise dieses schwarzen Loches sind aber Bartwurstfotos.

  4. 4

    Die Verwechslung in der Verwechslung Ahlen/Aalen wurde eben durch ein weiteres Schwarzes Loch korrigiert …
    Schöner Bericht!

  5. 5

    Klasse Bericht! Besonders die Verwechslungsgeschichte fand ich sehr amüsant.

  6. 6

    Neulich beim Angeln ist mir was ähnliches passiert. Ich dachte, ich hätte ein paar Ahle gefangen und nachher stellte sich raus, daß es in Wirklichkeit Aale waren…. ;-)
    Aber nichtsdestotrotz ein gelungener Bericht!

  7. 7

    Juhu. Die Bilder wurden vom schwarzen Loch wieder ausgespuckt.

  8. 8

    Geo hat ausgeträumt. Der Würzburger FV warf Gerolzhofen mit 1-3 vor 350 Zuschauer aus dem Pokal.

  9. 9

    Mir wurde von deiner Website erzählt und vor allem über den Bericht meines Heimatvereins FC Gerolzhofen.
    Ich wollte mich nur mal kurz für die positive Bewertung bedanken und freue mich auch den nächsten Besuch bei uns , dann auch mit Senf aus der Tube ! :)

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