Die Fussibudenwurst beim TuS Osdorf

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Nach den letzten, bundesweiten Exkursionen der Fussballwurstexperten stand dieses Wochenende mal wieder der Besuch in heimischen Gefilden an. Die umweltfreundliche Anreise per Fahrrad führte den Autor in Begleitung des Vorsitzenden zum TuS Osdorf im Hamburger Westen. Auf dem Grandplatz am Blomkamp stand die Partie der 1. Herren des TuS Osdorf gegen den aus Schleswig-Holstein angereisten SuS Waldenau an. Die Konstellation „Zweiter (Osdorf) gegen Vierten der Bezirksliga-West“ versprach kurzweiliges Fußballvergnügen. Der Anpfiff der Partie war um 19:30 Uhr angesetzt, so daß noch etwas Zeit blieb, um sich mit Kaltgetränken zu versorgen und eine erste Lageübersicht zu erhalten. Pünktlich zum Anpfiff wurde dann auf den ca. 2 – 3m von der Seitenlinie entfernt angebrachten Kunststoffsitzen Platz genommen. Zur Ausstattung des Platzes kamen im zufälligen Gespräch mit dem Ligaobmann interessante Details zu Tage: Sowohl die Sitzbänke als auch die zentrale Nahrungs- und Getränkeversorgungsstation, beim TuS liebevoll „Fussi-Bude“ genannt, entstammen dem alten, 1998 umgebauten, Hamburger Volksparkstadion (früherer Name der heutigen XY – Bank – Arena). Der Gedanke, daß man auf diesen Sitzen das legendäre 0:1 von Jürgen Sparwasser 1974 live erleben konnte, liess das Nostalgikerherz gleich höher schlagen. Interessant dabei auch, daß die Mannschaft, für die Herr Sparwasser damals spielte, mittlerweile gar nicht mehr exisitiert.

Aber genug der Geschichte und zurück zum Spiel am Blomkamp. Nach anfänglichem Abtatsten beider Teams konnte sich der Tus die höheren Spielanteile sichern und ging dann auch verdient in Führung. Kurz vor der Halbzeitpause erzielte Waldenau jedoch den Ausgleich zum 1:1 Halbzeitstand.

Nun wurde die „Fussi-Bude“ angesteuert und das Nahrungsangebot unter die Lupe genommen. Im Einsatz war ein Gasgrill, der mit Bratwürsten, Krakauern und Frikadellen bestückt war. Im Getränkeangebot waren bierseitig Holsten Edel in der Knolle für 1,50 Euro und Warsteiner für 2,00 Euro, daneben selbstredend auch nicht alkoholische Getränke zu ebenfalls fairen Kursen. Auffallend auf dem Tresen war ein Korb mit Brötchen, was auf eine Abwechslung zum Toastbroteinerlei hoffen ließ. Diese Hoffnung bestätigte sich nach der obligatorischen Bratwurstbestellung. Kundenwünsche („einmal fast schwarz und einmal kurz davor, bitte“) bezüglich des Bräunungsgrades wurden vom netten Servicepersonal berücksichtigt. Für 2,00 Euro wurde das Ganze dann serviert, wie erhofft im aufgeschnittenen Brötchen, das tagesfrisch vom Bäcker geliefert worden war. Senf der Firma Kühne stand im 1l Eimer parat und konnte selbst mit dem Löffel dosiert werden. Später, nachdem der Eimer leer war, wurde dieser durch einen Kunststoffspender der Marke Bolte Senf ersetzt. Geschmacklich war das Gedeck weit über dem Durchschnitt, da optimaler Bräunungsgrad in Kombination mit frischem Brötchen. Erste Vermutungen, dass die Wurst lokalem Fleischerhandwerk zu verdanken ist, konnten leider nicht bestätigt werden, es handelte sich um die Ware eines bekannten Großherstellers. Da aber in unsere Bewertungen auch das Drumherum einfließt, möchte ich der Wurst vom TuS Osdorf vier Sterne geben. Die authentische Atmosphäre am Platz, die Tatsache, dass aus der Wurst durch entsprechende Zubereitung fast alles rausgeholt wurde, das beigelegte, frische Brötchen sowie die fairen Preise bei zuvorkommender Bedienung sollten nicht unberücksichtigt bleiben.

(4/5)

Zum Schluss bleibt zu erwähnen, dass die Partie, die übrigens von einem komplett in Schwarz gekleideten Schiedsrichtergespann geleitet wurde (sieht man ja auch nicht mehr so oft), verdient 2:1 für den TuS Osdorf ausging.

TuS Osdorf 1. Herren

Autor: A.Schmidt
Datum: Dienstag, 15. September 2009 9:16 | Dieser Artikel wurde 1,796mal gelesen
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4 Kommentare

  1. 1

    War´n richtiger netter Abend unter Flutlicht der einen gerne zurück kommen lässt.

    Von der Fussibude kann man das Spiel gut beobachten.

    Beim gut eingespielten und freundlichem Servicepersonal kommt es nur in der Halbzeit zu Wartezeiten. Dies ist aber wegen den Mitwartenden extrem kurzweilig.

  2. 2

    Nostalgie-Devotionalien aus dem Volkspark, das wär doch auch was fürs heimische Wohnzimmer. Sehr schöner Bericht, wär gern dabei gewesen …

  3. 3

    Vielen Dank für den sehr netten Bericht.
    Ein Link auf unserer Internetseite wurde jetzt auch hinzugefügt-> siehe Linkliste
    Vielleicht mögen Sie es sich ja nochmal auf den Bänken des alt-ehrwürdigen Volksparkstadion mit nem Bier und einer Wurst in der Hand gemütlich machen…:)

  4. 4

    Definitv, denn Freitagabendspiele sind perfekt. Dann aber ohne Wurstaudit;-)

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