Die Premierenwurst am neuen Tivoli bei Alemannia Aachen

alemannia-aachenAuf den zweiten Spieltag der Zweitligasaison 2009 / 2010 wurde in Aachen seit Veröffentlichung des Spielplans hingefiebert. Auch mich führte es an diesem Augustmontag zum ersten Pflichtspiel der Alemannia in ihrer neuen Spielstätte, allerdings in den Gästeblock zu den Fans des angereisten FC St.Pauli. “Laut, steil, gelb” so der Anspruch an den neuen Tivoli, dem vor allem im Vorfeld der Partie und auch zu deren Beginn voll genüge getan wurde.

Es lag am Spielverlauf, dass vor allem das Attribut “laut”, zumindest wenn man die Gesamtmenge der Stadionbesucher (32.900, ausverkauft) betrachtet, später wieder in Frage gestellt werden musste. Gut 20 Minuten begegneten sich beide Teams auf Augenhöhe, wobei Aachen zwei Mal näher an der Führung war als St.Pauli, doch Gästekeeper “Ha-I-N” war beide Male auf dem Posten. fussballwurst-aachen02Nach 20 Minuten fingen dann nach anfänglichem Boykott gegen Montagsspiele und die Zersplitterung der Spieltage auch die Hamburger Fans an, sich an der guten Stimmung im weiten Eck zu beteiligen. Das dazugehörige Team machte daraufhin gleich begeistert mit, so dass vier Treffer für St.Pauli binnen 15 Minuten die Spannung im Spiel schon ziemlich kaputt machten. Die zweite Hälfte wurde dann von den Gästen locker runtergespielt, wobei sogar noch das 5:0 erzielt werden konnte. Zu der historischen Niederlage für die Alemannia kam noch die schlechte Nachricht des bei den Jubelfeiern nach dem Spiel schwer verunglückten Hamburger Fans, an den auch von hier nochmal herzliche Genesungswünsche gehen sollen. Schlechter hätte man sich die Stadionpremiere in Aachen wohl kaum vorstellen können.

fussballwurst-aachen01Zeit auch für uns sich vom Spiel der Wurst zuzuwenden. Ich entschied mich für die Bratwurst für 2,50 Euro. Eher positiv war die Wartezeit, nach maximal 5 Minuten in der sich zügig bewegenden Schlange wurde man bedient. Die Atmosphäre hierbei war dann jedoch etwas zu sehr wie bei bekannten amerikanischen Schnellrestaurants und weniger wie auf dem Dorffußballplatz – was für eine Überraschung. Der mutmaßlich 15-jährige Verkäufer tat das, wofür er bezahlt wird, fragen was man will und einem das bestellte vorsetzen. Keine Zeit für weitere Nettigkeiten. Die Wurst wird ebenfalls wie im Fast Food-Schuppen hinten gebraten und die Verkäufer nehmen dann die schon fertig zubereiteten Speisen. Die Wurst wird hierbei gleich im aufgeschnittenen Brötchen serviert. Sie war schon etwas kälter, als sie hätte sein dürfen, allerdings noch nicht zu kalt um dafür Punktabzüge zu rechtfertigen. Der Bräunungsgrad darf dagegen als rundum gelungen bezeichnet werden. Ich konnte den Hersteller zwar nicht in Erfahrung bringen, es ist aber davon auszugehen, dass auch dieser seine Produkte industriell herstellt. Das Brötchen war eine Schrippe von guter Qualität, frisch und sehr geeignet, um die Wurst damit zu halten. Senf, Ketchup oder Majo kann man sich dann um die Ecke in großen Spendern sehr bequem, selbst mit vollen Händen, ganz nach Belieben auf seine Speisen klatschen. Bier gibt’s von Bitburger im 0,4er-Einwegplastikbecher für 3,10 Euro. Insgesamt wahrt der Tivoli also auch bei der körperlichen Verpflegung einen gelungenen Mix zwischen Tradition und Moderne. Das größte Manko für mich stellt tatsächlich die Massenabfertigungsatmosphäre dar, die aber wohl bei den Besucherzahlen in den beiden oberen Profiligen nur schwer vermeidbar sein dürfte. Insgesamt gebe ich der Alemannia an einem für sie wohl unterirdischen Tag also überdurchschnittliche 3,5 von 5 Punkten für ihre Stadionwurst. Das kommt zwar nicht ganz an die Leistung des FC St.Pauli an diesem Abend heran. Ich muss aber zugeben, dass die Stadionwurst ein durchaus würdiger Begleiter an einem für mich sehr erfreulichen Fußballabend war.

(3.5/5)

Autor: T.Weber
Datum: Dienstag, 8. September 2009 12:58 | Dieser Artikel wurde 2,362mal gelesen
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