Ein Wursttest auf der Adolf-Jäger-Kampfbahn

altona93

Dem aufmerksamen Beobachter wird aufgefallen sein, dass nunmehr der dritte Wursttest bei einem Heimspiel von Altona 93 innerhalb kurzer Zeit vorliegt. Wie ist dies zu rechtfertigen? Nun, zunächst einmal natürlich durch die AFC-Affinität weiter Teile des fussballwurst.de-Personals. Zum anderen wurden die beiden vergangenen Wursttests nicht auf der heimischen Spielstätte des AFC, der Adolf-Jäger-Kampfbahn, sondern unter Regionalliga-Bedingungen im Hoheluft-Stadion durchgeführt. Wir erinnern uns: Die Wurst wurde sowohl gegen Wolfsburg II als auch gegen Hansa Rostock II mit wenig schmeichelhaften zwei von fünf Sternen bewertet. Auch der Altona-Prengel wird also, vielleicht sogar insbesondere, an knallharten und unbestechlichen Maßstäben gemessen. Mal sehen, ob durch die Heimkehr auf die AJK eine Besserung der Wurstlage eingetreten ist.

Der 23. August ist ein perfekter Tag für ein Fußballspiel, die Sonne perlt und es ist nicht zu heiß. 553 Zuschauer haben sich zum zweiten Liga-Heimspiel der Saison gegen Buchholz 08 auf der Adolf-Jäger-Kampfbahn eingefunden. Für Oberliga-Verhältnisse eine respektable Zahl. Pünktlich zum Anpfiff geselle ich mich auf die Gegengerade, wo mir zunächst eine Handvoll Buchholz-Anhänger auffallen. Diese feuern ihren Verein lautstark an und halten auch mit Altona-aversen Sprüchen nicht hinter dem Berg. Ein nettes Verbalduell zwischen Altonaern und Buchholzern entfaltet sich, das vom zunächst ereignislosen Spiel ablenkt und zu amüsieren weiß. („Papi, wieso mögen sich Altona und Buchholz nicht?“ „Ist doch egal, Hauptsache man mag sich nicht!“)

Auf dem Platz entwickelt sich derweil ein munteres Spiel, das von Anbeginn vom AFC bestimmt wird. Ich bin ganz überrascht und freue mich, dass sich das Geschehen doch deutlich positiv von den letzten beiden Auswärtsspielen gegen Halstenbek-Rellingen und dem SC Condor abhebt. Insbesondere die Abwehr kann überzeugen und stoppt fast jeden gegnerischen Versuch noch vor dem Sechzehnmeterraum. Altona macht sofort Druck und kommt vor dem Buchholzer Tor zu einigen Chancen. Auch die Ecken und Flanken kommen heute deutlich präziser, die Pässe erreichen ihr Ziel. Allein das Tor fehlt zur Halbzeit, ansonsten kann man aus Altonaer Sicht von einem erfreulichen Spielverlauf sprechen.

3852936272_57a8c4715bWährend der Halbzeitpause meldet sich der Magen mit einem Hungersignal, sodass es zu Beginn des zweiten Durchgangs zur Essensausgabe an der Gegengerade geht. Dies ist wichtig zu betonen, da es im Eingangsbereich der AJK einen weiteren Wurststand von einem anderen Betreiber gibt. Auch hier besteht also weiteres Testpotenzial. Vorher wird das Führungstor des AFC in der 47. Minute durch Patrick Westphal, welcher den Verein jetzt verlassen wird, verpasst. Man sollte vielleicht weniger quatschen und mehr Fußball schauen. Es läuft also fast alles nach Plan an diesem vierten Oberliga-Spieltag. Doch nun erst mal zur eigentlichen Thematik, dem Wursttest.

Der Essenstand bietet Thüringer Bratwurst und Schinkenwurst an, welche auf einem Gasgrill zubereitet werden. In meinen Augen ist besonders positiv, dass auch Pommes Frites im Angebot sind. Sowohl die Wurst als auch die Pomen werden jeweils für 2 Euro angeboten und liegen damit im oberen Bereich der Preisskala. Dafür möchte man dann auch das Entsprechende geboten bekommen. Es werden also eine Thüringer, eine Schinken, eine Portion Fritten sowie Holsten vom Fass geordert. Letzteres wird im 0,4l-Becher für 3 Euro angeboten, was für mein Empfinden fast nicht mehr zu akzeptieren ist. Ein satter Preis für nicht einmal einen halben Liter Bier, welches die Erwartungen aber zumindest erfüllen kann. Der optische Test der Thüringer Marke „hareico“ fällt schlecht aus, die Bratwurst ist zu blass und hätte noch einige weitere Minuten auf dem Grill vertragen. Eine Spur Senf wird auf die Wurstpappe gedrückt. Geschmacklich handelt es sich bei der Wurst um ein Produkt von der Stange, die erste Reaktion der Tester: „Langweilig“. Selbiges gilt auch für die Schinkenwurst. Nicht schlecht die Würste, aber auch nicht gut. An dieser Stelle muss einmal ganz deutlich gesagt werden, dass man sich die Sättigungsbeilage, ein kleines Stück Weißbrot, auch schenken könnte. Es ist trocken und schmeckt einfach nicht, was auch schon in den beiden vergangenen Tests bemängelt wurde. Dann fast lieber noch ein Toastbrot zur Wurst.
3852933818_5ca1f6539aDie Pommes reihen sich nahtlos ein, sie sind schlaff und waren offensichtlich nicht lange genug in der Fritteuse. Wobei man sagen muss, dass ich nach meiner Aachener Zeit schwer zu erfüllende Ansprüche an die belgische Nationalspeise stelle, das gebe ich gerne zu. Möglicherweise wurden auch zu viele Pommes gleichzeitig in die Fritteuse gegeben. Durch die Abkühlung des Frittierfetts bildet sich unter Umständen nicht sofort die schützende Kruste um die Kartoffelstäbchen, sodass sie zu viel Fett aufsaugen. Die Salzung ist nach meinem Empfinden angemessen und auch die Mayo der Marke Knorr sagt mir zu. An dieser Stelle kann man ja auch viel falsch machen. Immerhin. Aber das nur nebenbei, es geht ja hier um die Wurst und nicht um das köstliche Ackerprodukt. Beim besten Willen können wir für diese Wurst wieder einmal nicht mehr als zwei von fünf Sternen vergeben.

Nun erst mal zurück zum Spiel, das weiterhin gefällt. Altona spielt weiter munter auf, aber auch Buchholz legt einen Scheit nach. Beide Teams kämpfen und gehen mit dem entsprechenden Körpereinsatz zur Sache. So kommt es in der 66. Minute zu einem Foul an Becken im Buchholzer Sechzehner, das jedoch folgenlos bleibt. Ein Foul an Altonas Torwärter Olli Hinz führt zur Rudelbildung vor dem AFC-Kasten und einer gelben Karte für den Buchholzer Missetäter. In der 87. Minute erhöht Harms dann endlich zum verdienten Endstand von 2:0. Ich persönlich hatte einen super Nachmittag auf der AJK. Das Wetter, das Spiel und auch die Atmosphäre haben einfach gestimmt. Einzig der Wursttest hinterlässt einen faden Nachgeschmack.

Die AFC-Wurst liegt also leider weiterhin in der Schlussgruppe. Wollen wir einmal hoffen, dass der AFC selbst es in dieser Saison besser macht.

(2/5)

Links:

Bilder bei Sportnord

Spielbericht bei Hafo

Bericht bei den AFC-Sympathisanten

Autor: M.Turski
Datum: Montag, 24. August 2009 18:26 | Dieser Artikel wurde 1,196mal gelesen
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4 Kommentare

  1. 1

    Wiedermal schöner Bericht. Geil ist wie auf die Pommes eingehst. Auch die Bilder sind sehr gelungen.

    3 Euro für ein Bier in der fünften Liga sind fragwürdig.
    Man kennt ja den durchschnittlichen Kurs für ein Bier.

    Muß mal endlich meinen HR-Bericht fertig machen.

  2. 2

    Ich hab gestern den HR-Bericht fertig gemacht ;)

  3. 3

    [...] hoher Preis für gute Qualität noch allemal lieber als 2€ für das, was beispielsweise auf der AJK als Bratwurst verkauft wird, hinzulegen und anschließend weder gesättigter zu sein, noch etwas [...]

  4. 4

    [...] Denn beim Heimspiel gegen Buchholz versagte das Wurstangebot des AFC erneut kläglich, wieder waren lediglich zwei Sterne die Folge. Die AFC-Wurst schien verflucht zu sein. Getestet [...]

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