Wurst zwischen B4 und A7

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Samstag am frühen Abend machten wir uns auf den Weg nach Quickborn, die Heimat von Thomas Doll, Mike Krüger und dem TuS Holstein Quickborn. Dort war für den zweiten Tag im ODDSET-Pokal das Erstrundenspiel zwischen dem heimischen Landesliga-Team und den Gästen aus der Oberliga vom Wedeler TSV angesetzt. Das Stadion, das wohl tatsächlich Holsten-Stadion heißt, so steht es jedenfalls auf den zahlreichen Hinweisschildern und auf der eigens für das Topspiel gedruckten Eintrittskarte, ist eine für Schleswig-Holstein typische Sportanlage. Ein sehr gepflegter Platz mit schönen Naturtribünen, ein weitläufiges Gelände mit mehreren Plätzen drum herum. Der Wind pfeift übers freie Feld und für Ende Juli ist es zu kalt und zu nass (deswegen findet das Spiel wohl auch auf einem Nebenplatz statt). Trotzdem finden reichlich Zuschauer den Weg auf den Sportplatz. In einem munteren Spielchen, in dem der Klassenunterschied anfangs nicht immer deutlich wird, geht Wedel Mitte der ersten Hälfte doch in Führung und bekommt das Spiel dann im Anschluss unter Kontrolle. Die Demonstration der viel zitierten eigenen Gesetze des Pokals (oder gelten die nur für den großen vom DFB veranstalteten Bruder?) lässt also auf sich warten. Stattdessen wird Wurst gegessen.

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Mitten auf der Wiese, zwischen B-Platz und Kabinen steht die mobile Wurstbude Typ Wochenmarkt oder Baumarktparkplatz.  Neben der Bude ein paar Klappstühle auf die Koppel gestellt. Bistro-Flair nach Quickborner Art. Die Begrüßung des Dienstleistungsprofis hinterm Grill ist zielorientiert: „Was wollt Ihr?“ – „Zwei Bier, zwei Wurst“ lautet die ebenso pragmatische Antwort. Das Verkaufsgespräch verläuft weiter sehr einsilbig. Nicht unfreundlich, aber sehr norddeutsch. Bis sich eine nette Dame in der Schlange erkundigt, ob es hier die „weltbeste Wurst“ gebe. Bescheiden, aber nicht ohne Stolz, wird der versammelten Kundschaft erläutert, dass es sich immerhin um echte Wurst handelt und nicht um „Fabrikscheiss“ von Firmen, deren Namen hier schon viel zu oft genannt wurden. Na, da sind wir aber mal gespannt. Zur Auswahl gibts Schinken und Thüringer. Beides 1,80 Euro. Bier, wahrscheinlich Holsten (bei dem Stadionnamen wäre alles andere auch Betrug am Kunden), auch 1,80 Euro – das macht Sinn. Freunde von Kaffee und Kuchen werden per Hinweiszettel ins Vereinsheim verwiesen (und von dort wahrscheinlich direkt ins Seniorenheim gefahren). Brot wird zugeteilt und Senf gibts aus der Tube zum selbst dosieren.

Die Wurst ist sehr lecker und gut gegrillt. Weitere Pluspunkte gibt es für die authentische Beratung, die anständigen Preise und natürlich für das klare Bekenntnis zur mittelständisch produzierten Wurst. Der Gasgrill und die restriktive Brotausgabe kosten allerdings einen Stern.

(4/5)
Nach dem Wursterlebnis kommt sogar noch mal ein bisschen Pokalstimmung auf. Wedel macht zwar auch in der zweiten Halbzeit weiter das Spiel und sogar ein zweites Tor. Aber Quickborn gibt sich nicht auf und macht es kurz vor Schluss noch mal spannend. Es bleibt allerdings bei einem Anschlusstreffer und ein bisschen Hektik zum Schluss.

Fazit: Scheiß Wetter, mittelmäßiges Spiel, schöner Platz, super Wurst. In Quickborn kann man mal Fussball gucken. Nur Thomas Doll und Mike Krüger waren nicht da – man kann nicht alles haben.

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Autor: S.Beyer
Datum: Mittwoch, 29. Juli 2009 19:44 | Dieser Artikel wurde 1,306mal gelesen
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5 Kommentare

  1. 1

    Schad, wäre gerne dabei gewesen. Hab das aber irgendwie verpennt. Ich hatte in dieser Saison bisher kein Glück. Gestern ja bei Komet Blankenese gegen Uetersen gewesen. Auch da war keine Wurst im Verkauf.

  2. 2

    Vielen Dank für die gute Kritik an unser wirklich leckeren Bratwurst. Diese wird wirklich selbst hergestellt und zwar vom Schlachtermeister Rolff aus Norderstedt! Denn was wäre Fußball ohne eine gute Bratwurst ???

    Lieben Gruß aus Quickborn

    Nicole Engelhardt
    Abteilungsleiterin Fußball
    TuS Holstein Quickborn von 1914 e.V.

  3. 3

    Die Bratwurst ist wirklich ganz lecker. Ich habe selten eine so gute gegessen.
    Ganz, ganz lecker!
    Auch sonst wird hier einiges geboten. Es lohnt wirklich einmal vorbei zu schauen.
    Bis dann und tschüss
    sagt
    Uwe Langeloh vom TuS Holstein Quickborn

  4. 4

    Dann seid Ihr ja der zweite Lichtblick in Hamburg. Schade ist, daß keine Brötchen alternativ erhältlich sind.

  5. 5

    [...] sein Tus hier in Pinneberg antrat. Das hat wohl recht gut getan, denn die Holsteiner aus Quickborn mit der ansprechenden Wurst gewannen das Spiel mit 3:1 in Pinneberg. Mit dem Trainer wurde sich unter anderem über die [...]

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