Die letzte Hoheluft-Haupttribünen-Regionalligawurst

altona93

Am Samstag des diesjährigen DFB-Pokalfinales stand am frühen Nachmittag auch das für längere Zeit letzte Regionalligaheimspiel von Altona 93 an der Hohenluft an.  Aufgrund einer kleinen Dankeschön-Aktion des gastgebenden Vereins für frustrierte Zuschauer des Hamburger Fussballpokalfinales von Dienstag (Altona verlor 1:2) konnte mich der Praktikant in die Geheimnisse des Fussballwursttestens einweihen. Versuchen durfte ich mich an der bislang noch nicht getesteten Haupttribünenwurst, die bei den AFC-Heimspielen zum Verkauf angeboten wird.

Die äußeren Bedingungen waren nahezu ideal, bestes Fussballwetter, 640 Zuschauer, davon laut Stadionsprecher etwa 240 Gästefans von Hansa Rostock II. Die Verfassung der restlichen 400 Stadionbesucher war nach einer reichlich frustrierenden Rückrunde allerdings alles andere als ideal, so dass man den Rostockern das Feld der Sprechchöre und Anfeuerungsrufe komplett überließ. Lediglich ein meist genervt, teils auch belustigt wahrgenommener Junggesellenabschied, der den mutmaßlichen zukünftigen Ehegatten in die Rolle des Capos drängte (da es hier ja um’s Essen geht, erspare ich mir eine Beschreibung der Kleidung), bemühte sich auch das Heimteam verbal zu unterstützen.

Dieses lief nicht lange dem frühen 0:1 Rückstand hinterher, sondern schaffte bald darauf den Ausgleichstreffer und lieferte eines seiner besseren Rückrundenspiele ab. Da der Ausgang des Spiels jedoch nur noch für die Gäste von Bedeutung war, konnte man nicht völlig leugnen, dass es insgesamt eher ein nicht allzu hart umkämpfter Sommerkick war.

Auch die zweite Hälfte gestaltete Altona das Spiel, doch Rostock machte erneut das erste Tor, welches erst durch einen schönen Freistoß in der Schlussminute ausgeglichen werden konnte. Insgesamt also ein Spiel, in dem man sich auch anderen schönen Dingen, neben dem Fußball widmen konnte, zum Beispiel Würsten. In der Halbzeit war es soweit.

Privat war ich noch am Vorabend zum Spiel von Victoria am gleichen Stand gewesen, bekam diesmal jedoch einiges weniger geboten. Gleich zugute halten musste man den professionell freundlichen Verkaufsdamen, dass sie sofort darauf hinwiesen, dass die von mir ausgesuchte Bratwurst für 2,20 Euro noch nicht durch sei und ich daher noch ein wenig warten müsse. Das nicht gerade günstige Bier im Plastikbecher (0,4l für 3 Euro) verkürzte die Wartezeit.

3603986642_b36e647e971Die Wurst, die ich schließlich ausgehändigt bekam, hätte sicher auch noch weitere zwei Minuten auf dem Grill vertragen können. Es war jedoch durchaus vertretbar, sie auch in diesem Zustand zum Verkauf zu geben. Ausreichende Hitze, allerdings eben ein recht bleicher ”Teint”, wie sich (hoffentlich) auf dem Wurstfoto sehen lässt. Die Wurst an sich war also eine durchschnittliche Fußballbratwurst, weder besonders toll, noch schlecht. Dank hochinvestigativer Journalistiktricks (”Und, habt Ihr hier auch die Salzbrenner?” – “Lassen sie mich mal gucken, ja.”) konnte auch der industrielle Hersteller aufgedeckt werden. Senf gab’s statt wie bei Victoria im installierten Spender aus der Plastikflasche. Besonders negativ auf den Gesamteindruck wirkte sich das beigelegte Stück Brot aus. Das winzige Stück Baguette muss die Tage zuvor auf engsten Raum zusammengestaucht worden sein, um am Ende so auszusehen. Geschmacklich konnte es auch nichts retten und um beispielsweise die Wurst mit dem Brot festzuhalten, ist es absolut ungeeignet – kurz nicht nur häßlich und nicht lecker sondern auch noch unpraktisch.

(2/5)

Vermissen werde ich sie, im Gegensatz zum AFC an der Hohenluft, also sicher nicht. Dank Last-Minute-Tor von Altona und Freibier war aber dennoch der Grundstein für die gute  Stimmung im weiteren Tagesverlauf gelegt.

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Autor: T.Weber
Datum: Mittwoch, 3. Juni 2009 21:44 | Dieser Artikel wurde 1,166mal gelesen
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6 Kommentare

  1. 1

    Hoffe beim Bilder-Upload, kann man das merkwürdige Absatzchaos noch ein bisschen entwirren, die Formatierung scheint da durch E-mail-Versand oder so etwas gelitten zu haben. Ansonsten freue ich mich natürlich über die Veröffentlichung.

  2. 2

    [...] Ein guter Grund, darüber einen Blog zu machen. Und so hört sich das an, wenn die Tester von fussball-wurst.de Altona 93 besuchen: … zugute halten musste man den professionell freundlichen Verkaufsdamen, [...]

  3. 3

    Danke für den den Kommentar aufmerksamer Wursttestleser. Wir besuchen nicht nur den AFC, sondern sind alle Altonaken.
    http://fussball-lebt.de/?p=105

  4. 4

    Ein schöner Bericht! Allerdings wurde vergessen zu erwähnen, dass noch einige mutmaßliche Holländer hin und wieder “Altona”- und “Schade Rostock, alles ist vorbei”-Rufe anstimmten!

  5. 5

    [...] durchgeführt. Wir erinnern uns: Die Wurst wurde sowohl gegen Wolfsburg II als auch gegen Hansa Rostock II mit wenig schmeichelhaften zwei von fünf Sternen bewertet. Auch der Altona-Prengel wird also, [...]

  6. 6

    [...] längere Zeit letzte Regionalligspiel in Eimsbüttel. Getestet wurde bei dieser Gelegenheit die Wurst auf der Haupttribüne, nachdem beim vorgenannten Bericht der Prengel in der Nähe des Stadioneinlasses evaluiert worden [...]

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