Die Wurst zum Abschiedsspiel in Marienthal bei Concordia Hamburg
Seit 1924 trägt der SC Concordia Hamburg seine Heimspiele im Stadion Marienthal aus. Zum 30. Juni 2009 endet nun diese Verbindung – aus Kostengründen. Damit wird eines der schönsten Stadien im Hamburger Stadtgebiet stillgelegt. Am vergangenen Freitag fand das letzte Ligaspiel statt – ausgerechnet gegen den ASV Bergedorf 85, der (bis vergangene Woche) neuen Hoffnung des Hamburger Amateurfußballs. Die “Elstern” hatten über viele Spieltage hinweg die Oberliga angeführt und wurden nur in den letzten Spielen von Victoria Hamburg eingeholt. Da “Vicky” jedoch nicht für die Regionalliga meldete, war der sportliche Aufstieg für die 85er beschlossene Sache. Bis man sich in Bergedorf in der vergangenen Woche dazu entschied, nicht dem Beispiel von Altona 93 zu folgen – die Auflagen für Bergedorf sind schlicht zu hoch. Auf beiden Seiten also Trauerstimmung. Gut gelaunt hingegen die Mannen um den fussballwurst.de-Tester. Der aufmerksame Leser weiß: Diese Wurst wurde schon einmal getestet. Der Grund für einen erneuten Test liegt nun zum Einen am besonderen Anlass des Spiels, zum Anderen aber auch an der Möglichkeit, dass sich ein Verein auch verbessern könnte – oder anders ausgedrückt: Jede Wertung, eine gute oder eine schlechte, muss von Zeit zu Zeit auch verifiziert werden!
Genug des Vorgeplänkels. Kaum das Stadiontor passiert, geht es zum Wurststand. Am kleinen Holzstand steht der Grillmeister bereit, um die klassische Wurstauswahl zu präsentieren: Schinken und Bratwurst. Wir sind mal wieder bei Salzbrenner zu Hause – nein, das ist nicht die schlechteste Wahl, aber wir vermissen die echte, die handgemachte Wurst. Also beim Grillmeister eine Schinkenwurst bestellt, dazu die typischen Bratwurstdreiecke und Senf- und Ketchuptuben. Wir bewegen uns in der Welt des Durchschnitts – abgesehen vom Grillmeister: Eingekleidet im feinsten Kochzwirn dreht und wendet er die Würste auf dem Rost. Abzüge für die Kleidung des Koches kann auch nicht der Prince Denmark Kochrock ausmachen. Für die Textilien des Koches äh Grillmeisters also die Bestnote – nur leider ohne jede Auswirkung auf das Ergebnis des Bratwursttests.
Die Wurst ist heiß und gerade lange genug gebraten. Mit 2 Euro befindet sie sich am oberen Ende der Akteptanzgrenze und ist eben nur klassische Salzbrenner-Ware. Ein Brötchen wird schmerzlichst vermisst und kann auf Nachfrage auch nicht möglich gemacht werden. Die englische Toastbrotkultur wurde nun schon oft genug angeprangert, aber es wird Zeit, dass sich hier etwas ändert – denn auch dafür wollen wir einstehen!
Zur Wurst gibt es wieder einmal Hasseröder, direkt aus der Flasche in den Plastikbecher umgeschüttet. Wer unsere Berichte kennt, der weiss, dass Hasseröder auf Hamburger Fußballplätzen keineswegs ein exotisches Bier ist, im Gegenteil, es scheint als würde die DSF-Brauerei den Hamburgern einfach gute Angebote machen. Ideal wäre: heimisches Bier, wenn möglich frisch gezapft und nicht im Plastikbecher.
Wurst und Bier kosten je 2 Euro und haben den Test durchschnittlich bestanden. Auch geschmacklich bewegen sich beide Produkte auf Augenhöhe – kein Grund zur Euphorie, aber die Wurst schmeckt nach Wurst und das Bier schmeckt nach Bier – das ist doch immerhin auch schon was!




(2.5/5)
Cordi hat den Anspruch, das letzte Spiel noch zu gewinnen, wenngleich es sportlich um nichts mehr geht – soeben wurde der Klassenerhalt eingefahren. Die Elstern indes kämpfen um die Meisterschaft – aber es scheint so, als würde man den Bergedorfern den Frust um den verpassten Aufstieg anmerken. Je länger das Spiel dauert, desto weniger Spielanteile haben die favorisierten Elstern und desto ruhiger werden die Gästefans aus Bergedorf. Schließlich gewinnt Cordi mit 3:1 – und dieser Sieg geht letztendlich in Ordnung, schließlich ist es der letzte Sieg am schönen Sportplatz Marienthal – nach 84 Jahren! Und so kommt tatsächlich Wehmut auf, unterbrochen von den Bemühungen des Concordischen Fannachwuchses: Was bei den Großen die Bengalos sind, sind bei den Kleinen die Wunderkerzen! Alle geben nochmal Gas und so bedanken sich 555 zahlende Zuschauer bei beiden Mannschaften mit einer tollen Kulisse.
Und Concordia Hamburg gibt schließlich Victoria Hamburg die Gelegenheit, mit einem Sieg an diesem Spieltag die dritte Meisterschaft in der Hamburg Liga vorzeitig unter Dach und Fach zu bringen!
Links:
Homepage des SC Concordia
Cordi Fans
Spielbericht bei Hafo
Blogbeitrag zum Spiel von Jan
Bericht zur Stadionstillegung beim Abendblatt
Hier noch das Video von Jans Blog-Beitrag:

















Sonntag, 24. Mai 2009 20:54
Moin Kollege der schreibenden Zunft,
Top-Bericht würde ich sagen. Der Link zu den Cordi Fans haut aber nicht hin, ich denke Du meintest http://www.cordi-fanclub.de/
Gruß
A
Sonntag, 24. Mai 2009 21:00
Danke für den Hinweis!
Ist geändert und bis denn, nä!
Montag, 25. Mai 2009 17:23
[...] alles klar machen und zum dritten Mal in Folge die Meisterschaft an die Hohe Luft holen – denn Verfolger Bergedorf 85 hatte am Freitag seine Partie bei Concordia verloren. Grund genug für uns, das Bundesland Hamburg zu verlassen und nach Halstenbek-Rellingen zu radeln [...]
Montag, 25. Mai 2009 22:00
der flickr-link funzt auch nicht :(
Montag, 25. Mai 2009 22:09
So, jetzt sollte das aber wirklich alles funktionieren …. :-) Aber wirklich!
Mittwoch, 27. Mai 2009 21:42
Juhu und endlich Internet. Bin fast in Blankenstein. Noch 17 km bis zum Ziel. Ne Meng Thüringer Rostbratwurst gegessen und das Wurstwissen erweitert. Leider nicht beim Fussballspiel, also kein neuer Test.
Die Cordi-Wurst würde ich heute ähnlich werten.
Weiter so. Gruß aus Grumersbach.
Montag, 22. März 2010 12:13
[...] wie schon erwähnt auf dem Kunstrasen des HFV. Es ging ab Wandsbek Markt mit Bus vorbei am alten Marienthalstadion, wo jetzt wohl Wohnungen entstehen, weiter hinaus bis zur Jenfelder Allee. Man läuft und läuft [...]