Ein Nachmittag im Volkspark des HSV

hsvZugegeben: Es ist schon ein paar Tage her dass der HSV gegen Hannover spielte, und zwischendurch ist in Sachen HSV auch ‘ne Mege passiert.  Aber in Sachen Wurst ist im Volkspark in der letzten Woche genauso wenig passiert wie die letzten Jahre, deswegen heute noch ein verspäteter Testbericht von der Wurst in der HSH-Nordbank Arena.

An einem sonnigen Sonntagnachmittag mache ich mich also mit dem Rad auf den Weg zu Hamburgs größtem Fussballtempel. Trotz meiner Vorliebe für kleine, morbide Sportplätze und Flaschenbier, kommt bei so einem Großereignis immer wieder das Kribbeln durch, das man schon als kleiner Junge beim Anblick der Flutlichtmasten des alten Volksparkstadions von der Autobahn aus hatte. Nachdem das Rad abgestellt ist kaufe ich mir an einem der zahlreichen Wurststände ein Holsten. Hier gibt es im übrigen teilweise hervorragende Wurst, aber darum soll es heute ja noch nicht gehen. Den Rest der Stecke zu Fuss. Vorbei an den Pfandpiraten und Uwes Fuß und rein ins Stadion, bin spät dran der Weg ist jedes Mal wieder überraschend weit…

Erstes Ziel: Wurststand. Oder wie es im Arena-Deutsch heißt: “Snacks and Drinks”. Hier gibt es alles: Schokoriegel, Popcorn, Pizza, Hot Dogs, Chips, Erdnüsse, Haribo, fettige Käsebrötchen, Softdrinks aller Art und ich fürchte auf Nachfrage würde man bestimmt sogar ne Flasche Sekt bekommen – aus den zahlreichen Logen oder so. Zum Glück gibts auch Bratwurst und Bier. Außerdem im ernst zu nehmenden Angebot: Schnitzel, Bockwurst und Fischbrötchen. Ich entscheide mich nach 10 Minuten Wartezeit für den Klassiker: Bratwurst (”Thüringer Art”) und Bier (0,5 Holsten Pils) und zahle 7 EUR (Wurst 3 Euro, Bier 4 Euro). Zur Wurst gibt es ein Brötchen im Hot Dog-Format, das geschmacklich sehr an Toastbrot erinnert. Eigentlich bin ich ein Fan von Toastbrot, allerdings nicht weil es besonders gut schmeckt, sondern weil es in der Regel in einer großen Wanne zur Selbstbedienung da steht und man so (ausreichende Dreistheit vorrausgesetzt) den Sättiggungsgrad der Wurst stufenlos regulieren kann. Senf und andere Tunke gibts im Heinz-Profispender (praktisch).

wurstAusgestattet mit meinem “Spar-Menü” mach’ ich mich auf dem Weg zum tollsten Moment eines jeden Stadionbesuchs: Der erste Schritt aus dem Treppenhaus ins weite Rund. Das Rauschen das man am Wuststand gehört hat wird zu Lärm, es wird hell und zum ersten und einzigen mal riecht es ein bisschen nach Fussball. Schnell suche ich mir einen Platz und noch bevor ich das erste Mal in die Wurst beißen kann, macht Petric das 1:0. Freude, Coldplay, Spielstand, Hummel-Hummel, Wurst-Wurst! Die Wurst ist in der Pfanne und viel Fett gebraten, den Bräunegrad entscheidet nicht er Mann am Grill sondern die Meute davor. Der Geschmack haut einen nicht um. Einheitswurst eben und vom Preis brauchen wir gar nicht erst sprechen. Aber man geht nun mal nicht für die Wurst zum HSV. Das war schon immer so und das wird sich wohl auch nicht ändern wenn ich hier darüber schreibe.

Am Ende habe ich einen wichtigen Sieg bejubelt, eine gute und eine schlechte Halbzeit gesehen, ein gutes Bier getrunken und eine schlechte Wurst gegessen. Und natürlich werde ich wieder hin gehen, es gibt schließlich so viele Wurstbuden im Volkspark …

(2/5)

Autor: S.Beyer
Datum: Dienstag, 28. April 2009 16:15 | Dieser Artikel wurde 1,975mal gelesen
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4 Kommentare

  1. 1

    Ist ein richtig schön zu lesender Artikel. Ich bin vom Abstellen des Fahrrades bis zum Platz gelaufen. Macht Spaß Ihn zu lesen.

  2. 2

    Sehr schön geschrieben und alles ist richtig….
    aber es ist mit oder ohne gute wurst schön im Volkspark…:-)

  3. 3

    Schöner Bericht mit einem Bug! Gutes Bier im Volkspark? Den “Snacks and Drinks” Stand habe ich bisher nicht gefunden!

  4. 4

    [...] gibt. Nur ohne das Sägemehlbrot. Insofern kann ich nur auf die Bewertung vom letzten Mal verweisen und 2 von 5  Sternen vergeben. Der Vorteil nicht anstehen zu müssen, wird leider durch den Zwang [...]

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