Die Sonntagnachmittag-Bratwurst beim SC Nienstedten

Wir befinden uns heute auf Grand. Dazu müssen zwei Dinge geklärt werden. Wir, das sind das erweiterte Autorenteam von Fussballwurst.de, inklusive dem Wurstexperten. Ich gehe also als Praktikant mit meinem Chef sowie einem weiteren Autorenanwärter zum Bratwursttest. Der Chef weist hie und da auf wichtige Details hin und testet natürlich mit. Zweitens wäre der Begriff “Grand” zu klären, denn wer nicht aus dem Norddeutschen kommt, wird mit dem Begriff unter Umständen nichts anfangen können. Der Landesligist SC Nienstedten verfügt nämlich “nur” über eine Grand-Anlage und nicht über einen Rasenplatz. Wird “auf Grand” gekickt, bewegen sich die Spieler also auf Sand, Asche oder wie auch immer. Zur Erklärung hilft ausnahmsweise auch das Internet nicht weiter, lediglich bei Wikipedia befindet sich unter dem Eintrag “Sand“ folgender Hinweis:
“Gröberer Sand heißt in Norddeutschland Grand, eine Bezeichnung, die auch in der Einteilung nach von Engelhardt für einen Korngrößenbereich verwendet wird, der den größten Teil der Grobsand- und der Feinkiesklasse der DIN-Norm umfasst.”
Damit wären die Bedingungen an diesem wunderschönen Sonntag erklärt. Vier Euro kostet der Eintritt auf dem Sportplatz Quellental, der herrlich gelegen ist. Im Westen lädt der Grashügel zum Verweilen ein, im Osten bietet die Anlage ein schmuckes Vereinsheim. In einer kleinen Holzhütte werden Würste und Getränke angeboten. Zu dritt verspeisen wir sechs Würste, sowohl die Krakauer als auch die Thüringer. Und wir haben es wursttechnisch heute nicht mit Salzbrenner sondern mit Böklunder zu tun. Das hat den Vorteil, dass die Wurstpappe endlich mal groß genug ist.
Der Service ist prima. Das geschnittene Weißbrot ist vorbildlich abgedeckt und dazu wird Bolte Senf gereicht. Die freundliche Bedienung gibt Tipps zum richtigen Senfgebrauch und weist auf die vollere – und damit bessere – Tube hin. Getrunken wird frisch gezapftes Ratsherren für 2 Euro, natürlich ist auch die Palette an Softdrinks vorhanden.
Die Industrie-Böklunder können überzeugen, hätten jedoch im Falle der Thüringer Bratwürste etwas länger auf dem Grill liegen dürfen. Die Würste waren so gut, dass wir jeder noch einmal eine zweite Runde eingelegt haben, nach dem Schlusspfiff. Der erwartete und über Twitter angekündigte Rabatt nach Spielende wurde jedoch nicht gewährt. Überhaupt war die Stimmung in Nienstedten nach 90 Minuten etwas getrübt. Der SC hat gegen den SV Blankenese mit 0:1 verloren. Das Tor wurde bereits in der ersten Halbzeit erzielt und im weiteren Spielverlauf hatten die Gäste einige Möglichkeiten noch zu erhöhen, zweimal rettete das Holz die Quelltäler vor einer höheren Niederlage. Damit konnte sich Blankenese etwas aus der Abstiegsregion in der Landesliga Hammonia befreien – Nienstedten hingegen muss wieder zittern.
Fazit: Eine Sportanlage auf die wir sicher zurückkehren werden, trotz Grand und gerade wegen der Experten-Praktikanten-Anwärter-Konstellation!




(3.5/5)
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Dienstag, 28. April 2009 21:50
Interessanter Artikel.Weiter so!
Positiv ist sicher, dass in diesem Fall auch tatsächlich mit Holzkohle gegrillt wurde und das wohl eher minderwertige Grillgut aus der Fleischfabrik nicht auf einem Gaskocher bzw. einer Ölpfanne warm gemacht wurde. Wenn ich mir die Bilder von der “Thüringer” so ansehe muß ich aber schon von weitem ganz deutlich feststellen: Themaverfehlung! Das gute Stück erinnert doch zu sehr an eine aufgeplatzte Weißwurst und sollte deshalb wohl besser vor 11.00 Uhr Vormittags mit einer Laugenbreze und süßem Sempft verspeist werden!
Freitag, 1. Mai 2009 12:11
[...] Nachmittags traf ich mich noch mit dem Prakti für einen gemeinschaftlichen Wursttest. [...]