Wursttest beim VfR Schweinfurt

vfrschweinfurt

Um dem Ostermontagskaffeekränzchen mit der Verwandtschaft zu entfliehen, bot sich das Spitzenspiel und Derby der Kreisliga SW1 (9.Liga) als sehr gute Alternative an. Also schwang ich mich bei schönstem Wetter auf den Drahtesel und radelte Richtung Schweinfurt. Dort angekommen war ich froh, nicht selbst kicken zu müssen.

Um 15 Uhr liefen der VfR Schweinfurt (Zweiter) und die DJK Schweinfurt (Erster) am Hutrasenplatz auf. Für 3,50 Euro Eintritt war ich dabei. Endstand war ein 3:3, wie man das auch von Mannschaften auf Augenhöhe erwarten kann. Beim Treffer des VfR zum 3:1 führte ich den Bratwursttest durch.

Nun zur Wurst.

Im rohen Zustand macht diese einen recht mächtigen Eindruck. Diese Mächtigkeit verliert die Wurst mit zunehmender Grilldauer, in der öligen Pfanne, was auf einen hohen Wasseranteil schließen lässt. Im Gegensatz zu den Bratwürsten auf den Hamburger Fußballplätzen, wo die Bratwurst wohl aus Fleischfabriken kommt, ist beim VfR, wie auch auf vielen fränkischen Fußballplätzen, noch ehrliches Handwerk zu erleben.

Wobei bei der vom Hutrasen das „ehrlich“ in Anführungszeichen zu sehen ist. Leider war der Metzger, welche sich dafür verantwortlich zeichnet, nicht über ein Hinweisschild auszumachen. Lobenswert zu erwähnen ist, dass der Monopolist im Verzehr seine Exklusivstellung gegenüber den Zuschauern nicht ausnutzt und es schafft einen Bäcker zu begeistern, ihm auch an einem Feiertag nach einem Sonntag frische Brötchen zu liefern. Weiter so!

Da die Servicekräfte wohl die Kinder des Sportheimpächters waren, wurden die nicht mit Sonderwünschen von mir überhäuft, welchen die Kinder bestimmt nachgekommen wären. Das Gezwickte für 1,50 Euro wurde mir in der Serviette überreicht. Das Bier, Schweinfurter Brauhaus Pilsner, ist für 2 Euro im Verkauf.

Zur Auswahl standen drei Saucen. Senf, Ketchup und Mayo. Wobei ich mich über die Mayo wunderte, denn außer Bratwurst war nichts im Verkauf. Also auch keine Pommes. Für mich ist die Bratwurst mit Ketchup schon Blasphemie. Mayo im Gezwickten würde meine Geschmacksknospen wohl überfordern. Das ist aber Geschmackssache, welche zu tolerieren ist.

Ich nahm also den mittelscharfen Senf aus der Kunststofflasche und portionierte eine ordentliche Portion im Gezwickten. Dann noch das Foto und es wurde die Bratwurst gegessen.

Bratwurst in Schweinfurt

Die Bratwurst war etwas ölig, jedoch nicht ranzig, was auf eine saubere Pfanne und frisches Öl schließen lässt. Vermisst habe ich den rauchigen Geschmack einer Bratwurst, die über Grillkohle zubereitet wird. Wenn da der Pächter noch etwas nachbessert gehört die Wurst nicht in die Kreisliga .

Vielleicht sollte der DFB bei der jährlichen Lizenzierung für die höheren Spielklassen auch die Qualität der Bratwurst und des Brötchens berücksichtigen. Denn eine gute Bratwurst sorgt für eine solide wirtschaftliche Basis.

Nach Spielschluss habe ich mir noch eine Zweite gekauft, welche dann für 1 Euro zu haben war, da der Pächter den Stand schließen wollte.

Das ist wohl Usus beim VfR, denn die anderen Kunden waren nicht so überrascht wie ich. Aus den modernen Fußballtempeln ist man anderes gewohnt. Da gibt es auch lange nach Abpfiff keine Abschläge auf das Grillgut.

Alles im allem war die Bratwurst beim VfR eine Runde Sache. Wenn die Wurst noch über Holzkohle mit Rost gegrillt worden wäre, hätte diese Bundesligareife in der Wurstklasse von mir attestiert bekommen. So ist es „nur“ die Bayernliga, wenn man das vergleicht, was man aus Hamburg so kennt. Die BU-Bratwurst mal ausgeklammert.

Mal schauen was mich nächste Woche wieder in der Hansestadt erwartet.

(4/5)

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Autor: M.Dittmann
Datum: Montag, 13. April 2009 23:00 | Dieser Artikel wurde 1,309mal gelesen
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