Die Pauli-Krakauer auf der Südtribüne

120px-logo_fc_st_paulisvgNur zwei Tage nach dem Bratwursttest bei der zweiten Mannschaft von St. Pauli komme ich zu der Gelegenheit bei den Profis des Kiezclubs die Wurst etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Und das, obwohl ich nur der Praktikant beim Fussballwursttest-Blog bin. Es liegt natürlich auf der Hand, dass der Wursttest im “großen Stadion” anders zu bewerten ist als auf den kleinen Fußballplätzen. Und so muss der Fußballfreund tiefer in die Tasche greifen, wird nach allen Regeln des Kommerzes bedient und reiht sich in die wohl organisierte Schlange ein.

Das Wetter am Millerntor ist perfekt, das Stadion ist ausverkauft und mit dem Tabellensechsten MSV Duisburg erwartet der FC St. Pauli – als Tabellenachter – eine Mannschaft mit Aufstiegsambitionen. Der Nachmittag ist also wie gemacht für das perfekte Fußballerlebnis – das merkt auch MSV-Trainerikone Peter Neururer, dem es sichtlich gefällt wie die Fans ihn mit “Du trägst die Haare schön”-Gesängen begrüßen. Eingeklemmt im Stehblock der Südtribüne komme ich zu dem eigentlich wichtigen – dem Bratwursttest – erst nach dem Spiel. Die Partie weiß indes zu gefallen und spätestens als Sako nach wunderschöner Paßstafette zum 1:0 für die Paulianer einschiebt, ist die Stimmung grandios. Chancen gibt es auf beiden Seiten und ein Sieger des Spiels wäre eigentlich ungerecht. Bis in die Nachspielzeit hält der MSV jedoch die Führung, denn Duisburg hat mit zwei Toren das Spiel zwischenzeitlich gedreht. Dann jedoch erhält der FC St. Pauli einen Elfmeter zugesprochen und Ludwig verwandelt das Ding – in der 92. Minute. Ein Punkt gerettet und ein tolles Spiel gesehen. Jetzt fehlt nur noch die Wurst!

Nach dem Spiel sind die Wurstbuden im ersten Bauabschnitt des neuen Stadions so gut wie leer. Und leider gibt es keine Bratwurst mehr, sondern nur noch die Krakauer sowie Currywurst. Ich entscheide mich für Erstere und erhalte die Wurst für 2 Euro (statt normal 2,50). Das dazugehörige Bier ist am Millerntor frisch gezapftes Astra und kostet den Stadionbesucher 3,50 Euro – je Halbe.

pauliwurstIm Lieferumfang befindet sich ein kleines Brötchen sowie Senf aus weißen Tuben, die zur Selbstbedienung bereit stehen. Weisse Tuben werden von mir sofort mit Mayonaisse in Verbindung gebracht. Meine erste Empörung über a) fehlenden Senf und b) Mayonaisse für die Krakauer angeboten zu bekommen, verfliegt als ich noch einmal etwas genauer hinschaue.

Und jetzt wirds ernst: Der erste Biß in die heisse Wurst ist bekanntlich der wichtigste Prüfstein. Und wie auch vorgestern bei Pauli II bin ich durchaus zufrieden mit der Krakauer. Schön gegrillt, sehr saftig, nicht nur optisch eine Freude. Die Kumpels beissen auch mal ab und kommen zum gleichen Schluss: Auf der Südtribüne sollte man die Wurst nicht links liegen lassen.

Was ist da nun los? Zwei Tests und zwei gute Bewertungen. Bislang haben die Versprechungen durchaus Wort gehalten. Und doch warte ich auf die erste schlechte Wurst. Denn heute ist das Urteil wieder gut ausgefallen. Abstriche gibt es jedoch für die maßgeschneiderte Abfertigung im “großen” Millerntor-Stadion. Es fehlt nun an der persönlichen Komponente beim Wurstkauf. Die gleiche Wurst auf dem  Vorstadtacker hätte noch einen Stern mehr bekommen!

(3.5/5)

Autor: F.Renz
Datum: Montag, 13. April 2009 15:51 | Dieser Artikel wurde 1,039mal gelesen
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2 Kommentare

  1. 1

    Schöner Bericht, jedoch noch etwas zu spielastig.

    Gut zu wissen sind für mich im Millerntor jetzt folgende Dinge. Daß man sich rechtzeitig um eine Bratwurst kümmern muß, find ich schade, aber ist halt so, denn es wird wohl nicht mehr nachgelegt. Dafür ist das Grillgut nach Spielschluß reduziert. Beim HSV ist das anders.
    Wie war das kleine Brötchen und wäre auf Wunsch noch ein weiteres ohne Aufpreis drin gewesen?

  2. 2

    [...] der vergangenen Saison konnten wir uns von der guten Qualität der Phosphatstangen auf Haupt- und Südtribüne überzeugen. Mal schauen, ob die Brater des FC an diese durchaus respektable Leistung anschließen [...]

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